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Das sich wandelnde Klima stellt auch die Bekämpfung des Maiszünslers vor neue Herausforderungen. Der Einsatz von Nützlingen im Mais bleibt davon nicht verschont, da sich Flug und Eiablage nun über längere Zeiträume hinziehen. Auch sind der Entwicklungsdauer und Leistungsfähigkeit der Trichogrammen natürliche Grenzen gesetzt. Weitere Ausbringungen oder höhere Aufwandmengen pro Hektar machen die Bekämpfung dagegen teuer. 

Deshalb sind in einigen Fällen ergänzende Bekämpfungsmaßnahmen notwendig. Eine Möglichkeit ist die Ausbringung von Bracon brevicornis, einer Brackwespe, die Larven des Maiszünslers parasitiert. Im Sommer 2008 haben wir diesen Larvenparasiten erstmals in Versuchen eingesetzt und in einem 3-jährigen Forschungsprojekt zusammen mit der Universität Bremen untersucht. In Kombination mit Trichogramma, sollte die Brackwespe die Effizienz der biologischen Maiszünslerbekämpfung erhöhen.

http://www.amw-nuetzlinge.de/images/images/product_images/BraconWeibchen-auf-Mais_s.jpg

In dem ZIM-Forschungsprojekt untersuchten die Kollegen der Universität Bremen den Verpaarungmechanismus, der bei B. brevicornis im Gegensatz zur Mehlmottenschlupfwespe B. hebetor zu Zuchtproblemen führt. Unter Laborbedingungen entstehen dann Männchen, die steril sind. Damit sinkt der Weibchenanteil deutlich. Im Rahmen des Projektes konnte keine befriedigende Zuchtmethode gefunden werden. 

In den Versuchsfeldern haben die Freilassungsversuche mit B. brevicornis keine stabilen Bekämpfungserfolge gezeigt. Bei Versuchen in 2006/07 im Elsaß konnten bis zu 20% bessere Wirkungsgrade bei der Variante Trichogramma + Brackwespen verzeichnet werden, anderorts konnte das nicht wiederholt werden. In Nordbaden traten unsere Brackwespen im zweiten Jahr nach der Bekämpfung in Erscheinung, während sie im Versuchsjahr kaum nachweisbar waren.

Unser Fazit lautet deshalb: es spielen weitere ökologische Aspekte und mögliche Zwischenwirte eine entscheidende Rolle. Die Bedingungen für die Brackwespen sind an jedem Standort unterschiedlich gut. Damit hat das Projekt auch einige neue Fragen zur Biodiversität im Mais aufgeworfen. Trotz der etwas ernüchternden Bilanz bzgl. der Anwendung im Mais, ist B. brevicornis in Zucht geblieben. Heute setzen wir sie partiell nach Bedarf und Gegebenheit bei  Kunden ein.  

Im Projekt konnten aber wichtige Erkenntnisse zur Zucht der Braconiden allgemein gewonnen werden und auf die Zucht anderer Arten übertragen werden. Diese Braconiden werden inzwischen erfolgreich zur Bekämpfung von Mottenlarven im Lager eingesetzt.   

Bei Feldbonituren finden wir immer wieder von Bracon parasitierte Maiszünslerlarven. Zuletzt wieder gehäuft im Sommer 2015 und 2016. Im Sommer 2017 wurde bei Kontrollen im Zuckermais auch ein größeres Vorkommen einer Pteromalidae gefunden. Dieser Hyperparasit kommt immer wieder mal in Einzelexemplaren vor, dieses Mal waren es viele Tiere von Pteromalus crassinervis (Thomson, 1878) (syn. Habrocytus c.), die kurzfristig auch in Zucht genommen wurden.

Forschungsprojekt

Von 2009 bis Juli 2012 erforschten wir die Wirkung von Bracon brevicornis zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers in einem Forschungsprojekt. Das Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen wurde gefördert durch das ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

http://www.amw-nuetzlinge.de/images/images/product_images/freiland_s.jpg
Bild: AMW / Feldversuche 2009



 

 

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