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Schlupfwespen-Einsatz im Zuckermais

Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit Eiparasiten belegt, um den Maiszünsler zu bekämpfen. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfung in den 1980er Jahren liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Zielschädlinge für Trichogramma sind verschiedene Schadmotten wie der Maiszünsler, aber auch Eulen und andere häufig vorkommende Schadschmetterlinge. Regelmäßig treten auch neue Schädlinge auf, deren potentielle Bekämpfung mit Trichogramma wir in unseren Labors untersuchen und entsprechende Bekämpfungskonzepte erarbeiten. Zur Zeit besitzen wir eine Sammlung von etwa 30 Trichogramma-Arten. Aus dieser natürlichen biologischen Vielfalt suchen wir nach Bedarf Kandidaten für neue Bekämpfungsverfahren aus.

Interaktion Trichogramma-Schlupfwespe- Zielschädling

Die nur etwa 0,3 bis 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadschmetterlinge.Die winzigen Hautflügler parasitieren Schädlingseier. D.h. sie belegen diese mit ihren eigenen Eiern. Das Schädlingsei wird dadurch unschädlich gemacht und es entwickelt sich darin ein kleiner Nützling. Aus dem toten Mottenei schlüpft nach etwa 10 Tagen eine Schlupfwespe und sucht nach weiteren Eiern.

Der Zyklus wiederholt sich solange Schädlings-Eier vorhanden sind. Natürlich vorkommende Populationen reichen für eine erfolgreiche Bekämpfung  nicht aus. Auch eine saisonale Ansiedlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Daher werden die Nützlinge in Massen vermehrt und jedes Jahr gezielt zur Zeit der Eiablage des jeweiligen Schädlings freigelassen. In Deutschland sind derzeit etwa 10 natürlich vorkommende Trichogramma-Arten bekannt. Davon werden von uns 4-5 Arten kommerziell gezüchtet. Weltweit gibt es etwa 200 Trichogramma-Arten, von denen etwa 20 Arten in der biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt werden.

 
Die Trichogramma-Schlupfwespen können auch eingesetzt werden gegen Schädlinge wie

  • Wachsmotten in Bienenvölkern und Hummelnestern zur Bestäubung
  • Verschiedene Eulenfalter im Gemüse oder in Tropenhäusern (Gamma-Eule, Kohleule, Gemüseeule, Goldeule)


Ausbringungseinheiten TrichoKarte und TrichoKugel

Als optimale Ausbringungseinheiten haben sich die TrichoKarte und die TrichoKugel bewährt. Darin befinden sich Schlupfwespen in bis zu 10 verschiedenen Alterstadien, um je nach Art und Zielschädling, in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen auszuschlüpfen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung

Das Team von AMW verfügt über langjährige Erfahrungen in der Zucht von Trichogramma. Durch die stetige Weiterentwicklung der Massenzuchtsysteme und  maschinellen Fertigungsverfahren können wir innerhalb kürzer Zeit TrichoKarten oder Trichokugeln in großen Stückzahlen liefern.

In unseren Labors unterhalten wir neben den Massenzuchten, eine Sammlung von fast 400 Stämmen aus über 30 verschiedenen Trichogramma-Arten, die unter anderem aus Freilandköderungen stammen. Interessante Zuchtlinien werden in umfangreichen Labortests und Freilandversuchen auf ihre Eignung zur Bekämpfung von Schadmotten untersucht. Auf diese Weise konnten schon geeignete Gegenspieler von Kohleule, Apfelwickler etc. ermittelt werden.

Die molekularbiologische Identifikation von Trichogramma-Schlupfwespen


Für die Qualitätskontrolle von Trichogramma werden Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer und Anzahl Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz bewertet. Bei den nur 0,4mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen, die gegen Schadmotten im Pflanzen- wie auch im Vorratsschutz eingesetzt werden, ist die morphologische Bestimmung sehr schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muß. Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitatspräferenzen der einzelnen Arten und der damit verbundenen Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schadlings, ist die taxonomische Bestimmung der Trichogrammen unabdingbar.

Derzeit gibt es in Deutschland keinen aktiven Experten für eine morphologische Untersuchung. Die molekularbiologische Untersuchung per PCR ist eine sichere Alternative, verschiedene Trichogramma-Arten zu identifizieren. Wir untersuchen unsere Trichogramma-Arten regelmäßig ua. per PCR und sichern so die Qualität für den Bekämpfungseinsatz.

 

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