- Bivoltine Maiszünsler

Neue Herausforderung für Trichogramma - Die 2. Generation des Maiszünslers
Im Spätsommer 2006 wurden im Rahmen unserer Versuche (DBU-Projekt  Helicoverpa) südlich von Freiburg außergewöhnlich viele Maiszünsler in der Lichtfalle gefangen. Sowie kleine Larven in den Maispflanzen gefunden. Schon im extrem heißen Jahr 2003 bestand in einigen Regionen der Verdacht auf eine 2. Generation. 2006 wurde sie in Südbaden und in der Region Leipzig festgestellt. 2007 und 2008 hat sich diese Rasse in Südbaden stark ausgebreitet. 2009 wird die Befallsfläche auf bereits etwa 8000 Hektar geschätzt.

Die bivoltine Maiszünsler-Rasse (zwei Generationen/Jahr) kommt in Südfrankreich, in Italien, Spanien und in der Schweiz entlang des Genfer Sees und im Tessin vor. In einigen Regionen Nordamerikas tritt der Maiszünsler sogar in 2 oder 3 Generationen auf.

Ebenso wie sich der Maiszünsler immer weiter in die nördlichen Anbaugebiete und alle Höhenlagen hinein ausbreitet, so ist auch das Auftreten der bivoltinen Maiszünsler in Deutschland, auf die sich ändernden Klimabedingungen zurück zu führen. Diese Rasse hat geringeren Temperaturbedarf, wodurch sie, im Gegensatz zum bekannten univoltinen Maiszünsler, in der Lage ist, zwei Generationen im Jahr hervorzubringen (bivoltin).

Die erste Verpuppung wird bereits ab Mitte Mai erwartet und die Falter der ersten Generation beginnen bereits Mitte bis Ende Mai mit dem Flug und der Eiablage.
Die weitere Entwicklung vom Ei zu Larve dauert nur 3-4 Tage und bereits Ende Juli haben diese Larven ihre Maximalgröße (L5) erreicht und sind bereit für die Verpuppung.

Die zweite Generation fliegt zwischen Mitte August bis Anfang September. Die Larven, die aus diesen Eiern schlüpfen, fressen bevorzugt an den Kolben und schädigen dieses besonders stark. Die Larven schaffen es sich vor dem Winter soweit zu entwickeln, dass sie die Überwinterung schaffen.

Unterschiede zwischen der univoltinen und bivoltinen Maiszünsler-Rasse

Univoltine Rasse Bivoltine Rasse
Eine Generation pro Jahr Zwei Generation pro Jahr
Verpuppungsbeginn bei 200 TG (Tagesgrade der Temperatursumme) 1. Generation: Verpuppungsbeginn bei 50 TG (Tagesgrade der Temperatursumme)
Puppendauer circa 150Tage Puppendauer circa 130-150 Tage
Flugbeginn bei 350 Tagesgraden Erste Falter:
1. Generation bei 200 Tagesgraden
Erste Larven bei 430 Tagesgraden
Erste Larven:
1. Generation bei 300 Tagesgraden
Erste Puppen:
1. Generation bei 560 Tagesgraden
Erste Falter:
2. Generation bei 700 Tagesgraden

Aufstellung: LTZ Karlsruhe


Die Ausbreitung der bivoltinen Maiszünsler-Rasse seit 2006



Ausbreitung der bivoltinen Maiszünsler in Südbaden (Grafik: LTZ Karlsruhe)


Univoltin oder bivoltin?
Die beiden Rassen sind molekularbiologisch untersucht worden, Es ist konnte bisher aber noch kein Unterschied nachgewiesen werden.

Der Befall durch die bivoltine Rasse unterscheidet sich aber durch das erste Schadbild. In den Blättern der jungen Maispflanzen finden sich Reihen kreisrunder Löcher, die die Larven der 1. Generation in die eingerollten Blätter fressen.



Die Bekämpfung der bivoltinen Maiszünsler
Wichtig ist es, dass die Bekämpfung gleich beim Erscheinen der ersten Generation der bivoltinen Rasse des Maiszünslers beginnt. Diese fliegt bereits Ende Mai, die erste Ausbringung der Trichogrammen muss also schon zu diesem Zeitpunkt erfolgen. 2009
wurden auf Empfehlung der LTZ Karlsruhe drei Einsätze der Nützlinge (1. Ende Mai, 2. Mitte Juni, 3. Ende Juli) mit insgesamt 500.000 Tieren/ha ausgebracht.

Die univoltine Rasse dagegen wird das erste Mal Mitte bis Ende Juni und abhängig von der Witterung 8 bis 10 Tage später ein zweites Mal mit jeweils 100.000 Trichogrammen pro Hektar ausgebracht. Die ist ausreichend, um Wirkungsgrade von bis zu 80 % zu erreichen.

Die Bekämpfungssituation ist nicht einfach: die Flugzeiten der beiden Rassen über schneiden sich und die Befallsregionen durch die bivoltine Rasse ändern sich von Jahr zu Jahr im erheblichen Umfang.


Die indirekte, mechanische Bekämpfung:
Es gilt die Maiszünsler-Population großräumig klein zu halten. Um das Überwintern der Raupen im Stengel einzuschränken, ist es wichtig, die auf dem Feld verbleibenden Pflanzenreste gut zu zerkleinern und sauber einzupflügen.

Die Mulchsaat hat viele arbeitwirtschaftliche und ökologische Vorteile. Aber der   pfluglose Anbau von Mais fördert den Vormarsch des Zünslers, weil zu viele oberirdisch verbleibende Pflanzenteile eine Überwinterungsmöglichkeiten für die Larven bieten.

Mehr über...
AMW Nützlinge GmbH
Außerhalb 54
D-64319 Pfungstadt

Tel. 06157 - 990595
Fax 06157 - 990597

Newsletter Anmeldung
eMail-Adresse
Parse Time: 0.183s