Zuckermais
Als Süßmais oder Zuckermais werden Maissorten bezeichnet, die einen süßen Geschmack haben und deshalb immer öfter auch bei uns als Gemüse auf dem Teller landen.
Archäologische Untersuchungen zeigen, daß bereits die Indianer der Steinzeit die Körner einer maisartigen Pflanze gesammelt haben. Seit einigen Tausend Jahren wird dort Mais gezielt angebaut. Maisgerichte waren und sind bis heute ein Grundnahrungsmittel der mittelamerikanischen Bevölkerung. Und der Mais war für sie nicht nur eine Nahrungspflanze, er war Ihnen so wichtig, daß er mythologisch verklärt in Form von Maisgöttern verehrt wurde. Christoph Columbus brachte die Maispflanze nach Europa, wo dann in Spanien und Frankreich der erste Anbau erfolgte.
In Deutschland wird der Zuckermais erst seit einigen Jahrzehnten angebaut. Die meisten Kolben wurden von den hier stationierten US-Soldaten verzehrt. Wir kamen erst spät auf den Geschmack des süßen Gemüses, dem immer noch einige Vorurteile nachhängen.
So wird auch in den USA mit etwa 160 000 ha weltweit die größte Fläche an Zuckermais angebaut. Der gesamte Anbau in der EU liegt bei fast 50 000 ha, wobei Ungarn allein auf 19 000 ha produziert. Der deutsche Anbau liegt bei etwa 1 900 ha. Der Deutsche isst pro Jahr 1,1 kg Zuckermais, jeder Amerikaner dagegen 14,0 kg!
Der Bedarf in Deutschland wird nicht durch den heimischen Anbau gedeckt: die USA exportieren 21 % ihrer Ernte in die EU und Ungarn verkaufte 2009 fast 27 000 t Zuckermais nach Deutschland und Frankreich fast 20 000 t.
Das Gemüse Zuckermais
Der Zuckermais auf dem sommerlichen Grill oder als Beilage aus der Dose gehört heute bei vielen Verbrauchern zur Gemüsepalette dazu. Anders als die mehlig schmeckenden Maissorten, behalten die Zuckermaissorten ihren süßen Geschmack auch nach der Milchreife des Kolbens, bei. Auch die Spindel enthält Zucker, über die die Körner mit Energie versorgt werden. Erst der abgereifte Kolben enthält verliert den Zucker und wird mehlig wie der normale Körnermais.
Und der Süßmais ist ein richtig gesundes Gemüse: 100 Gramm frischen Zuckermais enthalten nur 85 Kalorien (350 KJ), viel Kalium, Magnesium und Phosphor sowie die Vitamine B und C.
Der erste heimische Zuckermais wird im Juli geerntet und dann kontinuierlich bis in den Oktober hinein. Süßmais kann roh gegessen, gekocht oder gerillt werden. Gekocht wird das gelbe Gemüse genauso wie der Spargel für etwa 10 bis 15 Minuten in Wasser mit etwas Butter und einer Prise Zucker dazu.
Wichtig ist, den Zuckermais erst nach dem Wasserbad zu salzen, da die Körner sonst verhärten. Am besten schmeckt er frisch vom Grill. Dazu die Kolben 10 Minuten auf den Rost legen und anschließend mit Butter einstreichen und mit Salz bestreuen. Der Zuckermais kann gut eingefroren werden. Nach 5 minutigen blanchieren und luftdicht verpackt oder vakumiert, kann der Kolben bis zu 8 Monate im Gefrierfach gelagert werden. Soll der Kolben wieder auf den Grill, muss er auftauen. Im Backofen können die Kolben bei 200 Grad etwa eine halbe Stunde lang garen. Der eingefrorene Mais lässt sich in leicht gezuckertem Wasser 15 Minuten kochen.
Der Pflanzenschutz Der Maiszünsler ist der Hauptschädling im Zuckermais. Als Feinschmecker weiß er den Süßmais zu schätzen und verursacht hier ohne eine direkte Bekämpfung erhebliche Schäden. Die Fraßschäden des Zünslers am Maiskolben stellen - wie bei dem Wurm im Apfel - vorrangig ein ästhetisches Problem dar, daß eine erfolgreiche Vermarktung des Kolbens verhindert.
Der Pflanzenschutz
Mit dem Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen kann der Maiszünsler biologisch bekämpft werden und der Verbraucher erhält ein gesundheitlich unbedenkliches Gemüse ohne Rückstände.
Maiszünsler-Larve im Maiskolben
Der Einsatz von Trichogramma im Zuckermais ist inzwischen etabliert. Mit 3-4 Ausbringungen je Anbausaison werden sehr gute Bekämpfungserfolge erzielt. Die erste Ausbringung erfolgt in der Regel Anfang/Mitte Juni, die folgenden jeweils im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen (je nach Witterung). Die Bekämpfung im Zuckermais beginnt früher als der Einsatz im normalen Mais, da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt meist schon größer sind und der Bestand vom Maiszünsler erkannt und bevorzugt angeflogen wird. Hat ein Maiszünsler die Wahl zwischen einem Zucker- und einem Futtermais, dann entscheidet er sich immer für den Zuckermais. Wegen dieser besonderen Attraktivität, muß die Aufwandmenge pro Hektar verdoppelt werden. Nur durch die erhöhte Menge an Nützlingen kann der Schutz in der wertvollen Kultur gewährleistet werden. Die TrichoKarte Die TrichoKarte ist eine millionenfach eingesetzte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Sie gewährleistet dem Anwender eine einfache und sichere Ausbringung der Nützlinge. Jede TrichoKarte enthält min. 2000 von T. brassicae parasitierte Eier, die in 7-10 verschiedenen Schlupfwellen nacheinander schlüpfen und sich sofort auf die Suche nach den Schädlingseiern machen. Sie legen ihre eigenen Eier darin ab. Die sich entwickelnde Trichogramma frisst das Schädlingsei aus, es kann keine Maiszünslerraupe mehr schlüpfen. Die Aufwandmenge im Zuckermais: Pro Hektar und Ausbringung werden 100 Karten (bzw. 1 Karte auf 100 qm/1ar) eingesetzt. Bei sehr kleinen Flächen, exponierten Lagen, Windlagen usw. wird ein Sicherheitszuschlag von 50% einkalkuliert. Die Behandlung wird insgesamt 3-4 Mal im Abstand von 10-14 Tagen wiederholt. Wir empfehlen für den Einsatz im Zuckermais die TrichoKarte. Die Karten hängen sicher an der Pflanze und werden nicht durch Begehungen im Bestand, Beregnungs- oder Hackmaßnahmen gestört. Nach Absprache werden die Nützlinge auch in TrichoKugeln konfektioniert. Wir bitten aber um eine vorherige Besprechung des Einsatzes. Im Paprika: Im Paprika wird ebenfalls der Maiszünsler bekämpft. Der Einsatz wird nach dem gleichen Schema wie im Zuckermais durchgeführt. Bitte geben Sie bei Bestellungen unbedingt an, dass es sich um Paprika handelt.
Der Maiszünsler im Paprika:
Der Einsatz: Die Ausbringung der TrichoKarte ist denkbar einfach und wird detailliert auch auf dem mitgelieferten Infoblatt beschrieben. 1. Start in der 5. Reihe vom Feldrand. 2. Erste Karte nach 5 Metern an der Pflanze (Blattachse) einhaken / herunterziehen. 3. Jeweils im Abstand von 10 Metern die nächste TrichoKarte anbringen. 4. Am Ende der Reihe 10 Reihen weitergehen und Karten wiederum im Abstand von 10 Metern an der Pflanze befestigen. Der Zeitaufwand: Der Zeitaufwand ist sehr gering. Pro Hektar wird mit einem Arbeitsaufwand von ca. 20 Min. kalkuliert. Die Ausbringungstermine: Die Ausbringungstermine legen wir nach Absprache mit dem amtlichen Dienst fest. Teilweise können die Termine vom Aufruf abweichen, hier richten wir uns nach den Daten regionaler Lichtfallen / Empfehlungen. Die Ausbringungen erfolgen im Abstand von 10 bis 14 Tagen. Je nach Witterungsentwicklung können die einzelnen Lieferungen enger bzw. weiter aufeinander folgen. Damit wird sichergestellt, dass entsprechend der Eiablage, immer genügend Tiere im Bestand aktiv sind. Bestellungen für Zuckermais und Paprika sind bis Anfang Juni möglich.
Daten: DMK 2011