Biologische Bekämpfung der Pflaumenwicker Der Pflaumenwickler Cydia funebrana ist der bedeutendste Schädling an Zwetschen, Pflaumen, Mirabellen und Renekloden. Er tritt bei uns ebenfalls in zwei Generationen auf. Der Schädling überwintert, wie der Apfelwickler, als ausgewachsene Larve versteckt am Stamm oder im Boden. Nach einer kurzen Puppenruhe im Frühjahr beginnt der Falterflug in der Regel im Mai. Aus den einzeln abgelegten Eiern schlüpfen die Larven und bohren sich in die noch kleinen Früchte. Diese verfärben sich bläulich und fallen ab. Die ausgewachsenen Raupen verlassen die Früchte, um sich wiederum in Ritzen zu verpuppen. Die ab Anfang Juli fliegenden Falter der 2.Generation legen ihre Eier an die reifenden Früchte. Den größten Schaden verursachen die Larven der 2.Generation an den bereits reifenden Früchten. Diese muss daher vorrangig bekämpft werden. In den letzten Jahren konnte in vielen Regionen eine starke Zunahme des Pflaumenwicklerbefalls beobachtet werden. Eine Bekämpfung der 1. Generation wird empfohlen, wenn ein starker Ausgangsbefall aus dem Vorjahr besteht. Die Larven des Pflaumenwicklers können leicht mit denen der Pflaumensägewespe verwechselt werden. Diese treten jedoch schon Anfang Mai auf und können mit Trichogramma nicht bekämpft werden. Links: Pflaumenwickler / Rechts: Die Made in der Frucht Biologischer Pflanzenschutz mit dem Nützling Trichogramma- Schlupfwespe Die nur etwa 0,4 mm großen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler vieler Schädlinge in Obstkulturen. Die Weibchen legen ihre eigenen Eier in die Eier der Schädlinge ab. Ein einzelnes Weibchen kann in seinem Leben bis zu 120 Schädlings-Eier parasitieren. Die Trichogramma-Larven ernähren sich während ihrer Entwicklung vom Inhalt des Wirtseies und verpuppen sich darin. Etwa 2 bis 3 Wochen später schlüpft aus den Schädlingseiern eine neue Generation von Nützlingen. In einer Vegetationsperiode können sich so 5 bis 8 Generationen von Schlupfwespen entwickeln. Eine Überwinterung ist nur in einem bestimmten Entwicklungsstadium möglich, weshalb nur einzelne Tiere den Winter überleben können. Die natürliche Population von Schlupfwespen reicht daher für eine erfolgreiche Bekämpfung der Schädlinge nicht aus. Links: Pflaumenwickler / Rechts: Trichogramma-Schlupfwespe Der Einsatz Im Pflaumenanbau werden ab Ende Juni, sobald die Falter der 2. Generation mit dem Flug und der Eiablage beginnen, Schlupfwespen ausgebracht. Der Befall durch die 1. Generation kann i.d. R. als Fruchtausdünnung toleriert werden. Bei frühreifenden Sorten sind für eine Bekämpfung zwei, bei späten drei Freilassungen notwendig. Der Flugbeginn, die Eiablage und der Schlupf der Larven sind stark von der Witterung abhängig. Bei anhaltend kühler Witterung können sich die Termine um Wochen verzögern bzw. bei warmer Witterung entsprechend früher erfolgen. Auf jeder TrichoKarte sind insgesamt 3000 Eier mit circa 8 verschiedenen Altern von Trichogramma cacoeciae aufgeklebt. Schon 1 bis 2 Tage nach der Ausbringung im Baum schlüpfen die ersten Tiere, weitere folgen über einen Zeitraum von bis zu 20 Tagen. Trichogramma-Schlupfwespen sind sehr laufaktive Tierchen, ihr Aktionsradius beträgt etwa 6 Meter. Durch ein gezieltes Absuchen der Blätter finden sie die abgelegten Eier. Hochstamm: 3-4 Karten/Baum je nach Größe und Behang Halbstamm: 2-3 Karten /Baum je nach Größe und Behang Pillar-/Spingelformen: jeder 3. Baum eine Karte Faustregel: 1 Karte auf 12-15qm Standfläche Bezug und Bestellung Bestellungen sollten spätestens bis Anfang Mai erfolgen, um einen rechtzeitigen Einsatz der Nützlinge zu gewährleisten. Die Preise entnehmen Sie bitte den aktuellen Preislisten. Bei Abnahme großer Partien gelten Staffelpreise. Um Porto- und Verpackungskosten zu sparen, empfehlen wir die Organisation von Sammelbestellungen. Dieses Verfahren bietet sich besonders für Bestellungen von Kleingartenanlagen, an. Unterstützende Schutzmaßnahmen gegen Apfel- und Pflaumenwickler Eine natürliche Gartenbewirtschaftung ohne chemische Pflanzenschutzmittel führt automatisch zu einer Reduktion der Schädlinge, denn natürliche Feinde wie Fledermäuse und Vögel fangen viele Falter; Ohrwürmer und Ameisen fressen Eier und Junglarven, ebenso wie auch andere natürliche Nutzinsekten viele Schädlinge vertilgen. Ohrwürmer sollten aber nicht durch das Aufhängen von sog. Ohrwurmsäckchen-/glocken o.ä. zusätzlich angelockt werden, wenn ein Nützlingseinsatz geplant ist. Der Ohrwurm kann sich in den Fall als Schädling betätigen und die Schlupfwespen fressen. NEU in 2010: Der Vertrieb der TrichoKarte APFEL und ZWETSCHE erfolgt ab 2010 über die Firma Sautter & Stepper in Ammerbuch. www. nuetzlinge.de oder Telefon 07032-957 830