UNTERGLASANBAU

Bekämpfung von Schädlingen in Unterglaskulturen mit Trichogramma

Die Schlupfwespen werden mit Hilfe der TrichoKarte GEWÄCHSHAUS ausgebracht. Die TrichoKarte ist eine seit vielen Jahren in der Landwirtschaft bewährte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Die Nützlinge werden so vor Beregnung und räuberischen Insekten schützt.  Auf jeder TrichoKarte befinden sich ca. 3000 Schlupfwespen in verschiedenen Altersstufen, die über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen schlüpfen.

Abhängig von dem zu bekämpfenden Schädling können folgende Trichogrammen eingesetzt werden: T. brassicae zur Bekämpfung des Maiszünslers und anderer Zünsler, T. brassicae zur Bekämpfung verschiedener Eulen, T. cacoeciae und T. dendrolimi zur Bekämpfung der verschiedenen Wickler und Zünsler. Da der Schädling in vielen Fällen nicht genau bestimmt werden kann, empfehlen wir eine Kombination der verschiedenen Trichogramma-Arten.

Die Schädlinge
Im Gewächshaus werden die Pflanzenbestände von sehr vielen verschiedenen Schädlingen bedroht. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Schadschmetterlinge wie diverse Eulen und Zünsler. Probleme bereiten dabei vor allem die Larvenstadien. Die Raupen bohren sich in die Stengel, fressen an den Früchten oder zerstören die Wurzeln. Die Folge sind Wuchsprobleme, Ertragsausfall oder optische Mängel, die die Vermarktungsfähigkeit von Pflanze oder Frucht mindern.

Diese Schädlinge treten unter Glas früher auf als in Freilandkulturen, da sie nicht nur von außen zufliegen sondern im Gewächshaus überwintern. Aufgrund der hier herrschenden Temperaturen entwickeln sie sich besser und vor allem schneller.

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Links: Gamma-Eule Autographa gamma
Mitte & Rechts: Schäden durch Gemüse-Eule Mamestra oleracea


Nachfolgend werden einige der wichtigsten Schadmotten im Gemüse- und Zierpflanzenbau unter Glas beschrieben.
Der Maiszünsler Ostrinia nubilalis tritt regelmäßig an Paprika im Gewächshaus auf. Die Eier des Zünslers werden ab Anfang Juni in Gelegen an die Blätter gelegt. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich nach kurzer Zeit in die Stengel ein und unterbrechen den Nährstofftransport. Aber auch die Früchte werden angefressen, Verpilzungen sind häufig die Folge. Der Schädling überwintert als ausgewachsene Larve im Stengel oder Gewächshausboden und verpuppt sich im Frühjahr.


Links: Maiszünsler-Larve / Rechts: Larve in Paprika


Im Zierpflanzenanbau unter Glas kommt es ebenfalls zu Problemen mit Schadlepidopteren. Hier sind es überwiegend die Vertreter der Erdraupen, die die Pflanzen schädigen. So findet man die Kohleule u.a. an Cyclamen, wo die Larven auch die Blüten befressen und große wirtschaftliche Schäden verursachen können. Weit verbreitet sind auch der Afrikanische Heerwurm und die Gammaeule Autographa gamma.

Neue, nach Deutschland eingeschleppte Schädlinge haben weiterhin Konjunktur: Asiatischer Marienkäfer, Kastanienminiermotte, Walnussfliege, Lauchminierfliege, Maulbeereschildlaus und neuer dings auch der Buchsbaumzünsler Diaphania perspectalis.  Zunehmend werden diese aus den Tropen eingeschleppte Schädlinge zum Problem. Bei Wasserpflanzen, aber auch in Poinsettien, Rosen, Kalanchoe, Cyclamen, Ficus, Begonien und Gerbera können Larven des Zünslers Duponchelia fovealis mitunter beträchtliche Schäden verursachen. An feuchten, versteckten Plätzen fressen die Larven an Blättern und Stengeln und ruinieren damit die Pflanzen. 

Weit größere Probleme als die bisher beschriebenen Schädlinge könnte der seit 2-3 Jahren in Deutschland auftretende Baumwollkapselwurm Helicoverpa amigera anrichten. Ursprünglich heimisch in Süd-Ostasien und Afrika (Hauptschädling in Baumwolle, daher auch der Name) richtet er in Österreich, Schweiz, Ungarn, und Tschechien bereits einigen Schäden an. Helicoverpa amigera ist sehr polyphag .Die Raupe wurde an mehr als 60 verschiedenen Pflanzen-Arten (Tomaten, Mais, Sonnenblumen, Tabak, Erbsen, Bohnen, Kohlarten usw. nachgewiesen. Hinzu kommt eine hohe Vermehrungsrate von bis zu 1000 Eier/Weibchen. In Gewächshausbetrieben mit Nützlingseinsatz (gegen Weiße Fliege, Spinnmilben usw.) gefährdet der neue Schädling auch die Aufrechterhaltung der biologischen Pflanzenschutzsysteme, sollte er chemisch bekämpft werden.


Raupe/Falter Baumwollkapselwurm Helicoverpa amigera


Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen H.a. kann durch die Anwendung von Trichogramma vermieden werden. Im Baumwollanbau z.B. wird H.a. bereits erfolgreich mit
Trichogrammen bekämpft. Aber auch für den Tomatenanbau stehen bereits geeignete Trichogramma-Stämme zur Verfügung, wie Bernd Wührer im Rahmen seiner Doktorarbeit, nachgewiesen hat.
Dr. Olaf Zimmermann hat die Ausbreitung und biologische Bekämpfung von H.a. während eines 3-jährigen, von der DBU unterstützten Projektes erforscht (siehe unsere Info-Broschüre im Download).   


Der Einsatz
Die Ausbringungstermine richten sich nach den Flugzeiten der Schädlinge, die im Gewächshaus früher beginnen als im Freiland. Trichogramma vernichtet die Eier der Schädlinge durch die Parasitierung und muß daher zur Eiablage eingesetzt werden. Die Zusendung der Nützlinge erfolgt auf Wunsch des Anwenders, die Einsatztermine können aber auch in Absprache mit dem jeweiligen Pflanzenschutzberater festgelegt werden. Der Trichogramma-Mix ist ganzjährig lieferbar.

Pro 50m² Gewächshausfläche wird i.d.R. eine TrichoKarte benötigt. Diese wird ungeöffnet an der Pflanze befestigt, indem sie über den Stengel oder ein Blatt gezogen wird. Nach zwei Wochen sind alle Nützlinge aus dem Kärtchen geschlüpft. Die Behandlung wird so oft im zweiwöchigen Abstand wiederholt, bis der der Flug der Schadmotten beendet ist.

Mehr über...
AMW Nützlinge GmbH
Außerhalb 54
D-64319 Pfungstadt

Tel. 06157 - 990595
Fax 06157 - 990597

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