Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis)

Der Maiszünsler ist der wirtschaftlich bedeutendste Schädling im europäischen Maisanbau. Ohne die direkte Bekämpfung kann er Ernteverluste von mehr als 30 dt/ha verursachen.

Verbreitungsgebiet:
Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland eingeschleppt, tritt er inzwischen in allen wichtigen Anbaugebieten auf. Bis vor etwa 15 Jahren sorgte er nur in den sog. Kerngebieten für Schäden. Diese Befallsgebiete umfassten in erster Linie den Rheingraben, den Bodensee-Raum, Südhessen, die Pfalz und den Großraum Stuttgart. Heute findet man den Zünsler im gesamten süddeutschen Raum, zunehmend auch in Höhenlagen bis 700 m. Und er breitet sich weiter stark aus. Nach Norden marschiert er über das Kölner Becken hinaus in die niedersächsischen Anbaugebiete. Im Osten richtet er flächig in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen Brandenburgs größere Schäden an. Erste Falter wurden 2006 sogar an
der Nordsee gefunden.

Auch in den Nachbarländern Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Österreich werden zum Teil erhebliche Schäden registriert. In der Schweiz, Italien und Frankreich tritt er teilweise sogar in zwei Generationen, auf.

Der Maiszünsler ist polyphag, d.h. er entwickelt sich neben dem Mais, in vielen anderen Kulturen wie Paprika, Tomaten, Brennesseln, Amaranth-Arten usw.). Ein weiteres Anzeichen für seine große Anpassungsfähigkeit ist die immer weiter fortschreitende Verbreitung, auch in eher unwirtliche Regionen, hinein.

Der Schädling:
Die Larven überwintern in den Maisstoppeln. Je nach Witterung beginnt ab Mitte Mai die Verpuppung und ab Anfang Juni fliegen die ersten Falter. Der Falterflug beginnt mit dem Flug der Männchen, die Weibchen folgen im Abstand von 3-5 Tagen. Die nachtaktiven Falter verbergen sich tagsüber im Mais oder Nachbarkulturen. Mit Beginn der Dämmerung werden sie aktiv und die Weibchen legen die Eier in dachziegelartigen Gelegen von bis zu 40 Eiern an den Blattunterseiten der Maispflanzen ab. Die schlüpfenden Larven fressen zuerst an den Blüten und obersten Blättern der Pflanzen, seilen sich dann hinunter und bohren sich in die Maispflanze ein. Die Maiszünslerlarve kann sich nicht durch den harten Pflanzenknoten fressen, sie verlässt deshalb den Stängel und bohrt sich neu ein oder wechselt die Pflanze. Zum Ende der Vegetationsperiode ist die Larve an der Stängelbasis angekommen, wo sie überwintert. Der Anteil der überwinternden Larven wird natürlich durch Verpilzung oder Vogelfraß reduziert.





In Deutschland fliegt nur eine Generation des Maiszünslers (allerdings wurde in 2003 und 2006 regional eine zweite Generation beobachtet), im südlichen Europa treten Generationen auf. Neben der zusätzlichen Bedrohung des Maisanbaues durch den Maiswurzelbohrer, tritt eher unbemerkt eine weitere Larve auf, die den Mais regional erheblich schädigen kann: der Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera. Ein aus dem Mittelmeerbereich einwandernder Schädling, der ähnlich wie der Maiszünsler eine große Palette verschiedener Pflanzen befällt und durch den Fraß erheblich schädigt.

Das Aussehen der Maiszünsler wird von der Farbe der Flügel bestimmt. Die Falter haben eine Gesamtlänge von 20-30 mm. Die Farben und Zeichnungen der Falter können differieren.


Weiblicher Falter:
Mit einer Größe von 25-30mm länger als die Männchen. Die Vorderflügel sind hell- bis ockergelb, mit drei gezackten Binden. Die graubraunen Hinterflügel sind durch zwei dunkle Querbinden mit einem hellen Saum gekennzeichnet. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal ist der dicke Hinterleib der Weibchen.


Männlicher Falter:
Die Vorderflügel des Männchens sind zimtbraun mit gelben, zackig über den Flügel verlaufenden Querbinden. Typisch ist der helle Mittelfleck. Die Hinterflügel sind graubraun mit hellem Saum.



Die Lebensdauer wird stark von den Witterungsverhältnissen beeinflusst, im Schnitt leben die Falter zwischen 4-10 Tagen. Bei hoher Luftfeuchte länger als bei niedriger. Die Weibchen leben länger als die Männchen. Das Geschlechterverhältnis liegt bei 50:50.

Ein trockener, warmer Witterungsverlauf führt in der Regel zu einem kurzen und kräftigen Flug der Falter. In feuchten und kühlen Sommer verschleppt sich der Flug über einen wesentlich längeren Zeitraum. Die Falter werden bei Nachttemperaturen über 11°C aktiv, die Hauptaktivität liegt bei 18-20°C. Die Falter nutzen die Thermik und Winde und legen so Strecken bis 20 km zurück.

Entscheidend für den späteren Befall ist die Witterung während der Eiablage. Ein Weibchen kann unter optimalen Bedingungen zwischen 300-400 Eier ablegen. Die Weibchen fliegen entlang der Reihen und bevorzugen die kräftigsten Pflanzen für die Eiablage. Ein großer Teil der schlüpfenden Larven stirbt bereits in den ersten Entwicklungsstadien. Sind die Klimabedingungen in diesem Zeitraum optimal, ist der Anteil überlebender Larven höher und damit auch die späteren Schäden.

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