05. November 2007 Umweltschutzpreis 2007 für die AMW
Am 01. November konnten wir aus den Händen von Herrn Bürgermeister Baier, stellvertretend für den Magistrat der Stadt Pfungstadt, den Umwelt- schutzpreis 2007 entgegen nehmen.
Mit dem Preis werden unsere Verdienste im Umweltschutz und der Pflege der Natur anerkannt.
Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und sehen diese als Anerkennung und auch als Ansporn auf unserem Weg, biologische Schädlingsbekämpfungsverfahren zu erforschen und in der Praxis zu etablieren.
18. September 2007 Der Maiszünsler im Herbst 2007
Der diesjährige Befall durch den Maiszünsler ist - insgesamt gesehen - schwächer ausgefallen als 2006. In einzelnen Regionen war der Befall Allerdings wesentlich stärker. Gerade in den Grenz- und Höhenlagen sowie den neuen Vordringungsgebieten Richtung Donau und bayerische Grenze steigt der Druck massiv an. Nach einer wetterbedingten Pause Mitte Juli stieg der Falterflug Anfang August wieder an. In einer Lichtfalle bei Bremgarten wurden pro Nacht bis zu 50 Falter gefangen. Es wurden auch frisch abgelegte Eier gefunden, die sich weiter entwickelt haben und die vielerorts für starke Fraßschaden an den Kolben verantwortlich sind. Daß Trichogramma sich auch nach den Freilassungen im Feld etabliert, war an den frisch von Trichogramma parasitierten Eiern des Maiszünslers deutlich zu sehen.
Jetzt, Mitte September, wurden auch leere Puppenhüllen gefunden. Ob die bis August gefangenen Falter eine 2. Generation geschafft haben oder ob es spät schlüpfende aus der 1. Generation handelt,ist nicht geklärt.
Wie in 2006 ist der Maiszünsler auch 2007 wieder sehr lang geflogen. Die Daten über den späten Flug stammen aus eher zufälligen Beobachtungen im Rahmen anderer Versuche. Hier besteht die dringende Notwendigkeit weiterer Untersuchungen. Wie weit kommen Larven, die aus z.B. Anfang August abgelegten Eiern stammen? Welchen Anteil haben diese Larven an den Fraßschäden am Kolben (2007 wurden die Kolben wieder bevorzugt befallen) ? Welche Umweltbedingungen reichen aus, damit sich in - klimatisch günstigen Lagen - auch bei uns eine 2. Generation ausbilden kann?
Die Maisernte ist bereits im vollen Gange. Bei und nach der Ernte sollten auch in diesem Herbst wieder alle mechanischen Maßnahmen durchgeführt werden um den Befall zu reduzieren:
Ein möglichst tiefes Abschneiden oder Mulchen der Stoppeln, um das Überwinterungsquartier der Larven zu zerstören. Eine saubere Pflugfurche von 20-25 cm Tiefe bringt eine Reduktion der Larven von über 90% Wichtig ist auch, dass alle Maisflächen der Gemarkung bearbeitet werden und keine Brutnester liegen bleiben.
28. August 2007 BLE Projekt zum Einsatz von Trichogramma- Schlupfwespen gegen den Apfelwickler Cydia Pomonella L.
Ziel des Projektes ist es geeignete Trichgramma-Arten zu finden, die eine bessere Wirkung gegen den Apfelwickler zeigen und um die Kosten für den Erwerbsobstbau zu reduzieren, maschinell mit Hilfe von praxisüblichen Spritzgeräten ausgebracht werden können. Es handelt sich um ein Verbundprojekt mit der Uni Hohenheim und BBA Darmstadt, mit einer Laufzeit von 3 Jahren.
14. August 2007 Heftig
Entgegen den diversen Prognosen, hält der starke Flug des Maiszünslers weiterhin an. In den Lichtfallen, die wir seit Ende Juli wieder zur Kontrolle von Helicoverpa betreiben, finden sich täglich 30-40 neue Falter, die fleißig große Mengen an Eiern ablegen. Die Fraßspuren der jungen Larven findet man jetzt an den Blättern.
Erste - optische - Kontrollen von Maisflächen zeigen, daß der Befall auch in diesem Jahr sehr stark ist.
04. August 2007 Braconide im Versuch gegen den Maiszünsler
Im Anschluß an die Trichogramma-Ausbringungen wurde auf fast 25 ha der Larvenparasit Bracon brevicornis in Versuchs- und Praxisfeldern ausgebracht. Die Braconide parasitiert die Larven des Maiszünslers. Bereits mit dem Einstich des Parasiten in die Zünslerlarve wird diese paralysiert und stellt die Fraßtätigtkeit ein. Der Parasit folgt den Larven auch in die Bohröffnungen nach.
Wir beobachten jetzt die Entwicklung der Parasiten im Feld. Diese und viele andere Untersuchungen werden uns praxisrelevante Daten für eine künftige Nutzung zur kommerziellen Bekämpfung des Zünslers liefern.
02. August 2007 Baumwollkapselwurm
Im Rahmen des DBU-Projektes beobachten wir an verschiedenen Standorten auch den Flug des Baumwollkapselwurmes Helicoverpa armigera mit Hilfe von Licht- und Pheromonfallen. Erste Falter wurden bereits vor 10 Tagen gefangen. Erste Fraßschäden wurden an Tomaten beobachtet. Im Gegensatz zu Eulen oder anderen Schadraupen, begnügt sich Helicoverpa nicht mit einem Oberflächen- oder Blattfraß, sondern bohrt sich die die Früchte ein und verursacht dadurch enorme Schäden. Im Moment ist noch nicht klar ob es sich bei den gefangenen Faltern um Tiere handelt die zugeflogen sind oder hier überwintert haben (siehe auch Aktuelles vom 02. November 2004: Schlimmer als der Maiszünsler: Der Baumwollkapselwurm).
31. Juli 2007 Der Zünsler im Spätsommer
Die Maiszünslerkampagne 2007 ist nun mit den letzten Lieferungen im Paprika und Zuckermais abgeschlossen. Insgesamt war die diesjährige Saison auch nicht einfach: die uneinheitliche Verpuppung der Zünsler im Frühsommer deutete schon auf einen langen und verzettelten Flug hin. Die dann vorherrschende wechselhafte Witterung aus kühlen und heißen Temperaturperioden, tat ihr übriges. Jedenfalls haben die Maiszünsler jede sich bietende warme Stunde zu einer starken Eiablage genutzt. Der Flug hält auf einem niedrigen Niveau bis heute an. Bei einer Bonitur im Mais gestern bei Brehmgarten, sind vor uns drei Weibchen und zwei männliche Falter aufgeflogen.
Wie die Zünsler, haben sich auch Schlupfwespen mit diesen erschwerten Klimabedingungen arrangieren müssen. Bis jetzt sehen die Bestände gut aus. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie erfolgreich der Einsatz war.
26. Juni Kalt Das nass-kalte Wetter hat den Flug des Zünslers in vielen Regionen unterbrochen, ebenso wird dadurch die Entwicklung der bereits abgelegten Eier verzögert. Für diese Woche anstehende Ausbringungstermine verschieben sich dadurch auf Anfang kommender Woche.
19. Juni 2007 Zögerlicher Flugverlauf Bis auf einige einzelne Standorte (Bodensee, Kraichtal, Odenwald) sind die Fänge bisher sehr niedrig. Nach wie vor wird neben leeren Puppenhüllen noch ein relativ hoher Anteil an noch verpuppten Maiszünslern oder gar Larven gefunden. Aufgrund der aktuellen Fangsituation und der angekündtigten Abkühlung, müssen einige bereits anstehende Ausbringungstermine modifiziert werden.
Genau wie im letzten Jahr geht die Entwicklung der Eier zur Larve erstaunlich schnell voran. Bereits nach 4-5 Tagen schlüfen die Larven.
16. Juni 2007 Paradox.. Während in den frühen und warmen Regionen der Flug des Maiszünslers entgegen den Prognosen eher schleppend bis gar nicht voran geht, sind die Fangzahlen in den späteren, kühleren Regionen schon jetzt sehr hoch. Die Ausbringungstermine näheren sich zum ersten Mal stark an. Was ist im Frühjahr mit dem Maiszünsler passiert?
14. Juni 2007 Maiszünsler Monitoring Seit Juni 2007 gibt es unter der Führung des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe, eine Datenbank in der aktuell die Fallenfänge von 21 Standorten in Baden-Württemberg erfaßt und veröffentlicht werden. Wir begrüßen die Initiatiive der LTZ sehr. Die Datenbank schafft Transparenz und informiert sachlich über die Entwicklung in den einzelnen Regionen. Die Datenbak kann besucht werden unter: www.wetter-bw.de/schaderreger/maiszuensler/index.php
12. Juni 2007 Erste Falter
Bei Freiburg wurden die ersten Falter gefangen, allerdings in geringen Umfang. In der Südpfalz wurden gestern auch zwei Weibchen wie auch Männchen gefangen. Im Raum Heilbronn , einer Region die bisher immer die ersten Fänge hatte, wurden erst heute 2 Weibchen und 1 Männchen gefangen.
11. Juni 2007 Verpuppung steigt weiter an Die gestrige Kontrolle unserer Schlupfkäfige zeigt eine Verpupung von 80 % an. Es ist noch kein Falter geschlüpft. Einzelne Larven sind auch vorhanden.
06. Juni 2007 Weitere Verpuppung
Die Verpuppung liegt je nach Region aktuell zwischen 30 und 70%. Erste Falter wurden in Sachsen, in Südhessen, am Bodensee und bei Freiburg (hier im Schlupfkäfig) gefangen. Dagegen stehen teilweise noch geringe Verpuppungsraten und hohe Larvenanteile. Erste Ausbringungstermine für den Bodensse und Südbaden werden für Ende nächster Woche ins Auge gefaßt. Regional werden in den Fallen vermehrt Falter gefangen, es handelt sich wahrscheinlich um Brennesselzünsler, die dem Maiszünsler ähnlich sind.
31. Mai 2007 Erste Verpuppung
In unserem Pfungstädter Schlupfkäfig haben sich die ersten Zünsler verpuppt. Aber ein Teil der Larven ist verendet und einige sind ausgewandert. Der Käfig steht allerdings exponiert in der Sonne auf einem leichten Boden. Auch sind die ersten Zünsler aus - im Labor aufbewahrten Puppen – geschlüpft. Im Raum Heilbronn wurde im Freiland eine erste Puppe gefunden, allerdings bei einem sehr geringen Gesamtverpuppungsgrad.
28. Mai 2007 Der Maiszünsler macht sein eigenes Ding
Viele Schädlinge wie Apfelwickler oder Pflaumenwickler fliegen bereits seit vielen Wochen. Sie haben das warme Frühjahr genutzt und sich sehr schnell entwickelt. Auch die Vegetation ist weit voraus, wir haben schon die ersten Himbeeren geerntet. Nur die Maisbestände sehen in diesem Jahr sehr gewöhnungsbedürftig aus. Die Pflanzen sind sehr unterschiedlich groß und die Farbscala variert in allen Maisfarben von grün bis gelb. Und was macht der Zünsler? In Sachsen-Anhalt wurde vor 10 Tagen eine erste Puppe gefunden. Trotz der extrem hohen Temperaturen ging die Entwicklung eher zögerlich voran. Regional wurden in diesen Tagen die ersten Prä-Puppen gefunden. Grob gesehen liegen wir in der Entwicklung ähnlich wie 2006. Mit dem nächsten Vollmond wird das Wetter wechseln, die folgende, kühlere Witterung wird die Entwicklung verzögern, die Ausbringungen werden wahrscheinlich nur wenige Tage früher als 2006 erfolgen.
04. April 2007 Maiszünsler - Bekämpfung jetzt planen
Eine direkte Bekämpfung des Maiszünslers in 2007 muss sein. Gerade nach den hohen Befällen im vorigen Jahr sollte nicht leichtfertig auf den Einsatz von Trichogramma oder Insektiziden verzichtet werden. Der Maiszünsler selbst hat es in diesem Jahr nicht so einfach wie im letzten. Große Teile der Maisflächen wurden nach der Ernte intensiv durch Hächseln und Pflügen bearbeitet. Nach ersten Bonituren liegt die natürliche Mortalität höher als in 2006 (etwa 20% gegenüber 5%). Regional sind die überwinterten Larven erstaunlich klein, in anderen Regionen wiederum sehr gut entwickelt. Aufgrund der sehr hohen Ausgangspopulation wird ein hoher Befallsdruck erwartet. Aber: eine höhere Larvenmortalität führt nicht automatisch zu einem geringen Flug! Wer sich während der Maismessen die Ausführungen von H. Hugger (RP Freiburg) zu der aktuellen Klimaentwicklung angehört hat, weiß, dass wir uns in einem rapiden Wandel der Temperaturen und der Verteilung von Regenhäufigkeit- und Regenmenge in den Sommermonaten befinden. Betrachtet man die Temperaturveränderungen in der Vegetationsperiode über die letzten Jahrzehnte, dann werden grundlegende Änderungen bemerkbar. Das langjährige Temperaturmittel zwischen 1960 und 1991 (jeweils von April bis Oktober) lag bei Ø 15,6 °C. 1992 bis 1996 lag es im Ø um +0,54°C höher. 1997 bis 2001 stieg der Wert bereits um Ø +0,76°C und von 2002 bis 2006 hat er sich auf Ø +1,66°C mehr als verdoppelt. Eine Änderung von +1,66 °C klingt nicht so dramatisch, für die fein austarierten Ökosysteme hat es aber große Auswirkungen. Möglich wird als Folge dieser Klimaveränderungen auch die Zuwanderung neuer tropischer Schädlinge. So wandern jetzt schon Schädlinge, wie der Baumwollkapselwurm und andere Zünsler aus dem Mittelmeerraum zu. Auch der Maiszünsler und andere heimische Schädlinge profitieren von diesem Klima, können sich gut entwickeln und große Schäden anrichten. In den vom Zünsler verursachten Bohrgängen siedeln sich schädigende Pilze an, die zu erhöhten Fusariengehalten führen können. Getreide und Mais, deren Mykotoxingehalte die gesetzlichen Höchstwerte überschreiten, dürfen ab dem Eintritt der neuen Höchstwerte nicht mehr für die Lebensmittelproduktion verwendet werden. Für unverarbeiteten Mais gelten die neuen Höchstwerte für DON und ZEA ab dem 01. Juli 2007, für die Fumonisine ab dem 01. Oktober 2007. Deshalb baldmöglichst die Bekämpfung des Maiszünslers planen. Die 2-malige Ausbringung wird im MEKA III mit 3 Punkten gefördert. Bitte den Meldeschluß beachten!
13. März 2007 Die Wirkungsgrade der Saison 2006
Die Maiszünslersaison 2006 war durch einige Extreme und Kapriolen des Maiszünslers, gekennzeichnet. Der Hauptflug des Maiszünslers begann je nach Region ab Mitte Juni und hielt mit kleinen Unterbrechungen bis weit in den August hinein, an. In Südbaden begann der Flug um den 10. Juni, mit einem ersten Höhepunkt am 28/29. Juni. Erst danach stiegen die Fänge in den Lichtfallen deutlich an, mit sehr hohen Fangzahlen zwischen dem 03. Juli und 23. Juli. Mitte September haben wir in einer Lichtfalle bei Bremgarten 4 Weibchen und 2 Männchen innerhalb nur einer Stunde Laufzeit gefangen. Insgesamt wurden in Südbaden deutlich mehr Falter gefangen, als in den Vorjahren. Auch in den Vorgebirgszonen und Höhenlagen war der Befallsdruck wieder sehr stark. Im Rheingraben wurde ein Befall von 40 bis 100 % ermittelt: Lörrach 40-50%, Heitersheim bis 100%, Eschbach bis 65%, Bremgarten bis 90%, Kappel / Offenburg bis 50 %, in den Randlagen bis 80%. Auffallend war der Stoppelbesatz von bis zu 3 Larven/Stoppel bei der Bonitur. Im kalten und trockenen Winter 2006 konnten die Larven sehr gut überwintern, auch im Frühjahr gab es kaum Larvenverluste. Außerdem waren die Bedingungen zum Flugbeginn günstig, die Falter legten viele Eier ab, die sich bei hohen Temperaturen erstaunlich schnell zur Larve entwickelten. Das Zeitfenster für eine chemische oder biologische Bekämpfung wurde durch die schnelle Entwicklung eingeschränkt. Die Larven haben sich auch nicht lang mit dem Fraß in den oberen Etagen aufgehalten, sondern schnell abgeseilt und unten in den Stengel eingebohrt, bereits Mitte August waren in den Beständen deutliche Schäden sichtbar.
In der Folge sind große Schäden u.a. durch den massiven Kolbenbefall (60 bis 80% der Larven wurden dort gefunden) entstanden, weil sich in den Fraßgängen bevorzugt Fusarienpilze ansiedeln. Die Versuchsergebnisse beschränkten sich 2006 fast ausschließlich auf die Daten die K. Dannemann, ehemals RP Freiburg, ermittelt hat. Gekennzeichnet sind diese durch starke Schwankungen in der Befallstärke, selbst innerhalb der einzelnen Versuchsvarianten. Statistisch gesicherte Unterschiede zwischen den Varianten können so nicht mehr ermittelt werden. Auch das Fehlen unbehandelter Kontrollen in der näheren Umgebung führte zur Über- oder Unterbewertung des Bekämpfungserfolges.
In Praxisbeständen mit direktem Vergleich verschiedener Ausbringungsverfahren (d.h. die Einheiten wurden am gleichen Standort getestet) erzielte die TrichoKugel (2x100/ha) einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 68 % und lag damit über den getesteten Konkurrenzprodukten.
Die 1-malige Ausbringung der TrichoKarte hat teilweise angesichts des regional sehr starken Befalles keine zufrieden stellenden Resultate erbracht. An anderen Standorten aber, z.B. bei March konnten mit einer 1-maligen Ausbringung der TrichoKarte bei einem optimal gewählten Ausbringungstermin, Wirkungsgrade von über 80% erzielt werden.
14. Februar 2007 Neuer Nützling gegen Getreideplattkäfer im Vorratsbereich
Biologische Schädlingsbekämpfung mit den Ameisenwespchen Cephalonomia tarsalis Im Vorratsbereich wurden bereits einige Nützlingsanwendungen erfolgreich etabliert. So werden Trichogramma- Schlupfwespen gegen die Eier verschiedener Arten von Vorrats- und Lebensmittelmotten eingesetzt, Brackwespen (Bracon hebetor) gegen deren Larven und die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) gegen verschiedene Vorratskäfer. Ergänzt wird diese Palette durch Schlupfwespen der Art Cephalonomia tarsalis, die zu den Bethyliden gehört. Wegen ihres Aussehens auch als "Ameisenwespchen" bezeichnet.
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Das "Ameisenwespchen" C. tarsalis (2-3 mm) |
C. tarsalis mit erbeuteter Larve bei der Eiablage |
(Bilder: oz)
2006 haben wir eine Zuchtmethode für das Ameisenwespchen entwickelt. Diese kann nun erstmalig zur Bekämpfung der Getreideplattkäfer eingesetzt werden. Möglich ist eine präventive Leerraumbehandlung im Lager, der Einsatz während der Einlagerung sowie die Bekämpfung in Bereichen der Verarbeitung und Lagerung von Getreideprodukten. Der Zielschädling Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis) tritt regelmäßig in Lagerbetrieben und Mühlen auf und kann immense Schäden in Getreide, Back- und Teigwaren, aber auch in Trockenobst und Nüssen verursachen. Ein einzelnes Weibchen legt bis zu 200 Eier. Hohe Temperaturen beschleunigen die Entwicklung, so daß bei 30°C schon nach etwa 3-4 Wochen eine neue Käfergeneration entsteht. Der nur 3mm kleine rotbraune Schädling wird meist erst spät entdeckt, so dass die Population schon stark angewachsen sein kann. Der Getreideplattkäfer kommt weltweit vor und sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer verursachen Schäden. Beide Entwicklungsstadien sind sehr mobil und verbreiten sich entsprechend schnell. Als sekundärer Schädling bevorzugt der Getreideplattkäfer aufgebrochene Getreidekörner und die daraus verarbeiteten Produkte.
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Die Schlupfwespenlarve in Aktion: die Larve des Getreideplattkäfers (braun) wird attackiert |
Befall mit Getreideplattkäfern
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(Bilder: oz)
Der Nützling Cephalonomia tarsalis ist in Deutschland heimisch und wandert teilweise selbständig in befallene Getreidelager ein. In unserer Zucht entwickeln sich die Nützlinge bei 25°C in 2-3 Wochen. Das Geschlechterverhältnis liegt bei etwa 75:25 (Weibchen: Männchen). Die Weibchen werden bereits im Kokon von den früher schlüpfenden Männchen begattet.
Wir bieten die erwachsenen 2-3 mm kleinen Schlupfwespen "einsatzbereit" an. Die Tiere können schnell ausgebracht werden und die Getreideplattkäfer sofort bekämpfen. Bevor die Schlupfwespe Eier ablegt, paralysiert sie ihren Wirt, d.h. die Käferlarven werden betäubt und damit bewegungsunfähig. Die Fraßtätigkeit wird sofort nach der Lähmung eingestellt. Die Larven werden jeweils mit 1-2 Eiern belegt und von den Schlupfwespenlarven vollständig aufgefressen. Auf den Schädlingslarven entwickelt sich eine neue Schlupfwespengeneration, die sich solange weiter vermehrt, wie sie Larven der Getreideplattkäfer findet.
Die biologischen Daten von Cephalonomia tarsalis machen sie zu einem sehr gut einsetzbaren Nützling. Die Weibchen leben bei 21°C über 80 Tage, selbst bei 30°C werden noch bis zu einem Alter von 41 Tagen Eier abgelegt. Der höchste Mittelwert liegt bei 27°C bei 115 Eiern (vorläufige Untersuchungen, VURV, Prag). Für Menschen und Haustiere ist das Ameisenwespchen Cephalonomia tarsalis völlig ungefährlich. (oz)
09. Februar 2007 Der Trichogramma-Einsatz im Apfel- und Pflaumenanbau 2007
Ab sofort können für die kommende Saison Trichogramma-Kärtchen für den Apfel- und Pflaumenanbau bestellt werden. Bestellungen sollten möglichst bis Mitte Mai erfolgen, um einen rechtzeitigen Einsatz der Nützlinge zu gewährleisten. Die Bekämpfung der Apfelwickler beginnt in der Regel um die Monatswende Mai/Juni, die des Pflaumenwicklers dagegen erst ab Anfang Juli. Auf Wunsch und bei starkem Befall, kann beim Pflaumenwickler bereits ab Ende Mai die erste Generation bekämpft werden.
Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema TRICHOKARTE Apfel oder TRICHOKARTE Pflaume.
Hier finden Sie das aktuelle Bestellformular zum Downloaden oder Ausdrucken. Bestellschein 2007
Hier finden
24. Januar 2007 Der Trichogramma-Einsatz weiterhin im MEKA III gefördert
Die Schäden, verursacht durch den Maiszünsler haben in den letzten Jahren massiv zugenommen und in 2006 einen bisherigen Höhepunkt erreicht. Die hohe Ausgangs-population wurde vielerorts durch die Bodenbearbeitung und das Unterpflügen reduziert. Sollte das Frühjahr wechselhaft feucht mit regelmäßigen Regenfällen werden, ist eine weitere Reduktion durch eine Verpilzung der Larven zu erwarten. Einen kalten, trockenen Winter überleben die Larven besser als einen milden.
Um eine weitere Reduktion des Befalls zu erreichen, muss der Maiszünsler konsequent bekämpft werden. Der Einsatz der Schlupfwespen wird ab 2007 weiterhin im MEKA III gefördert. Für einen 2-maligen Einsatz der Nützlinge, wird eine Förderung von 60 EUR/ha gewährt. Die 1-malige Ausbringung wird allerdings nicht mehr bezuschusst.
Wie bei MEKA II, verpflichtet sich der Landwirt für mindestens fünf Jahre. Alte Verpflichtungen aus MEKA II müssen zuerst erfüllt werden, bevor eine neue Verpflichtung im MEKA III möglich ist. Neuanträge sind ab sofort möglich, eine Deckelung besteht nicht.
Aktuelles 2009 Aktuelles 2008 Aktuelles 2006 Aktuelles 2005 Aktuelles 2004 Aktuelles 2003 ___________________________________________________________________
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