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Aktuelles

 

23. Dezember 2009

Tuta absoluta -

Die Tomatenminiermotte und ihre biologischen Bekämpfungsmöglichkeiten

Die Tomatenminiermotte Tuta absoluta (Gelechiidae, Palpenmotten) wurde Ende 2006 zum ersten Mal in Europa beobachtet und ist in Spanien bereits der wichtigste Schädling an Gewächshaustomaten.  T. absoluta wurde wahrscheinlich mit befallenen Früchten aus Südamerika eingeschleppt und breitet sich seitdem über ganz Europa aus. Sie stellt nach Einschätzung von Experten eine erhebliche Gefährdung von Gewächshaustomaten in ganz Europa und Nordafrika dar. Wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe sind zu erwarten, da mit einem zusätzlichen Insektizideinsatz entsprechende Kosten anfallen. In den Niederlanden rechnet man bei weiterer Ausbreitung des neuen Schädlings mit Mehrkosten von bis zu 4 Mio. Euro / Jahr.

Eine effektive Bekämpfung aufgrund der versteckten, minierenden Lebensweise ist zudem sehr schwierig. Bei zu spät festgestelltem, fortgeschrittenem Befall ist mit Totalverlusten zu rechnen. Sommer 2009 wurde T. absoluta bereits vereinzelt in Deutschland festgestellt. 

Eine biologische Bekämpfung von T. absoluta erscheint grundsätzlich möglich. Es ist allerdings eine integrierte Bekämpfungsstrategie erforderlich, in der Pheromon-Fallen) mit dem Einsatz von räuberischen Insekten (Raubwanzen) und Trichogramma-Schlupfwespen aufeinander abgestimmt werden müssen. Eine Auswahl der geeigneten biologischen Gegenspieler für den Einsatz in Deutschland steht noch aus. Erste Versuche mit heimischen Schlupfwespen-Arten laufen derzeit.

Für die Entwicklung einer Bekämpfungsempfehlung gegen T. absoluta besteht dringender Handlungsbedarf, da auch in Deutschland bei einer weiteren Ausbreitung des neuen Gemüseschädlings mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden zu rechnen ist und der weitgehend biologische Pflanzenschutz in Gewächshaustomaten durch den Einsatz chemisch-synthetischer Mittel gefährdet wäre. (oz)                                                                             

  


 

15. Dezember 2009

Die Ergebnisse der Qualitätskontrolle 2009

Jedes Jahr erhält Dr. Sherif Hassan, ehemals JKI-Darmstadt von den Produzenten Muster der Ausbringungseinheiten mit Trichogramma-Schlupfwespen, damit er deren Qualität  untersucht. Auch 2009 haben die TrichoKarte und TrichoKugel wieder alle geforderten Standards (nach IOBC) deutlich überschritten. Download der Qualitätskontrolle AMW 2009


 


 


10. Dezember 2009

Der Maiszünsler breitet sich weiter nach Norden aus

Seit Jahren breitet sich der Maiszünsler immer weiter aus und hat inzwischen auch die Anbaugebiete in Nordrhein-Westfalen erreicht. Nennenswerte Befälle wurden 2009 bereits südlich von Münster gemeldet, nach Osten hin breitet er sich auch in Westfalen aus. Auch in Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern sind teilweise stärkere Befälle registriert worden. Weiter östllich ist bereits seit Jahrzehnten im Oderbruch aktiv.

Aber auch in alten Befallsgebieten wie Unterfranken traten 2009 erstmals wieder deutlich stärkere Schäden auf. Im Südbaden, südlich des Kaiserstuhls breitet sich seit 3 Jahren zudem die zweite Generation des Maiszünslers aus. Diese bivoltine Maiszünsler-Rasse wurde erstmals 2006 (lokal begrenztes Auftreten südlich von Freiburg) fest gestellt und hat sich in den drei Jahren rasant ausgebreitet. In 2009 waren bereits fast 10 000 ha Maisanbaufläche betroffen.

 


 

 

20. Oktober 2009

Gründliche Stoppel- und Bodenbearbeitung reduziert den Maiszünsler

Die Maiszünslerbekämpfung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung einer erfolgreichen Maisernte. Die Bohröffnungen der Larven sind die Eintrittspforten für Fusarienpilze, stark mit Fusarientoxinen belastete Erntepartien sind nicht mehr marktfähig.

Neben der direkten Bekämpfung kann gerade auch mit indirekten Bekämpfungsmaßnahmen wie Häckseln der Stoppeln und sauberen Pflügen der Anteil überlebender Maiszünslerlarven deutlich reduziert werden. Es dürfen keine Pflanzenreste an der Bodenoberfläche verbleiben, in denen die Larven überwintern können.

Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt der Bodenarbeitung ist eine verbesserte Bodenhygiene, die Infektion nachfolgender Kulturen wie Weizen oder Mais mit schädigenden Pilzen oder Viren wird reduziert.   

Wo das Pflügen nicht möglich ist, sollten die gut zerkleinerten Pflanzenreste von Körner– und Silomais flach eingearbeitet werden, die Verrottung der Stoppeln wird so beschleunigt. Eine Kalkung mit kohlensauren Magnesiumkalk und Stickstoff intensiviert die Strohrotte. Die zusätzliche Gabe von Kalkstickstoff im Frühjahr, fördert die Rotte und hat eine insektizide Wirkung auf die Schädlinge.

Wichtig ist eine großflächige Stoppelbearbeitung, die die ganze Gemarkung umfasst. Einzelne, nicht bearbeitete Flächen dienen als Brutstätte für alle umliegenden Felder.   

 


 

13. Juni 2009

Langsam geht es weiter....

Mitte kommender Woche erfolgt in Südbaden die zweite Ausbringung gegen die bivoltine Maiszünslerrasse. Auch einzelne Exemplare der univoltinen Rasse wurde gefangen. Hier im hessischen Ried wurden diese Woche bereits einige männliche Falter der normalen (univoltenen) Rasse geködert. Unsere eigenen Pheromonfallen haben noch nichts gefangen. Es ist zu erwarten, daß der Flug stark einsetzt, sobald sich das warme Wetter stabilisiert.

 


 

12. Juni 2009

Forschungsprojekt zum Einsatz von Larvenparasiten gegen Maiszünslerlarven  

Einsatz eines Nützlinges, des Larvalparasitoiden Bracon brevicornis, zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers; Entwicklung einer Massenzucht- und Freilassungsmethode für Bracon brevocornis. Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen, gefördert durch das ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ( BMWi), Laufzeit bis Juli 2012

 

 

30. Mai 2009

Trichogramma auf Stöckchen

In der letzten Maiwoche wurde in Südbaden eine erste Ausbringung von Trichogramma gegen die bivoltinen Maiszünsler durchgeführt. Weil die Ausbringung so früh erfolgte und der Saatmais zu diesem Zeitpunkt gerade 10-15 cm hoch war, mußten die TrichoKarten auf ca 25cm hohen Stöckchen ausgebracht werden.

Die Larven der bivoltinen Maiszünslerrasse entwickeln sich schneller und die Falter fliegen bereits seit ca 14 Tagen. Ziel des frühen Trichogramma-Einsatzes ist es, die Ausgangspopulation von Beginn an runter zu drücken, damit die zweite Generation nicht so große Schäden wie im Vorjahr verursacht. Anfang dieser Woche erfolgte auch die 1. Spritzung gegen die Maiszünslerlarven.

Die univoltinen Maiszünsler (eine Generation) haben sich auch verpuppt, mit den ersten Ausbringungsterminen wird ab der KW 25 gerechnet.

Die Lichtfallen sollten langsam startklar gemacht werden. Sobald die Nächte wieder wärmer werden, ist in den warmen Regionen mit Flugbeginn zu rechnen.   

Es gibt einen neuen Pheromon-Fallentyp aus Italien, die sich in Versuchen als sehr fängig gezeigt hat. Diese Fallen können jetzt auch raus. Die Pheromonkapseln nicht mit bloßen Fängen anfassen und wöchentlich auswechseln. Die Fallen sollten am Feldrand stehen und nicht im  Maisfeld, da die Falter nicht Mais übernachten. Falle ca. 30 cm hoch über den Boden aufhängen. Die Pheromonfalle muß einen Mindestabstand von 100 Metern zu einer Lichtfalle haben. 

  

09. Mai 2009  

Es tut sich was..

Die ersten Larven unserer bivoltinen Maiszünsler haben sich verpuppt. Von ursprünglich 48 Larven sind heute 4 verpuppt (5 Larven sind gestorben, vertrocknet oder parasitiert). Die LTZ Karlsruhe hat zum Aufstellen der Licht- und Pheromonfallen im südlichen Oberrheingraben aufgerufen. Start ist der 15. Mai.   

 


 

30. April 2009
Der Buchsbaumzünsler – Wo er zuschlägt, wächst kein Blättchen mehr.

Ein neu auftretender Schädling sorgt für große Unruhe unter Baumschulern und Gartenbesitzern. Der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis), ein Kleinschmetterling aus Ostasien wurde (wahrscheinlich) mit Pflanzentransporten nach Europa eingeschleppt. Bereits seit mind. zwei Jahren wird er in Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beobachtet. Auch aus Hessen liegen vereinzelte Beobachtungen vor. 

Da der Schädling eine relativ enge, zum Teil sich überschneidende Generationenfolge hat (2-3 Generationen/Jahr), wird mit einer weiteren starken Ausbreitung gerechnet.

Der Buchsbaumzünsler überwintert als Raupe, versteckt in einem Gespinst zwischen den Blättern oder in Ritzen in direkter Nähe des Buchses. Bereits ab Mitte März (bis Mitte April, abhängig von der Witterung) beginnen die Raupen mit ihrem Fraß in der Pflanze. Sie fressen nicht nur die Blätter, sondern auch die grüne Rinde bis auf das blanke Holz ab. Die so geschädigten Pflanzenteile sterben ab. Der erste Fraßschaden durch die noch jungen Raupen fällt meist nicht weiter auf. Etabliert sich der Schädling aber und die Larven treten in größerer Anzahl auf, dann kommt es schnell zum Kahlfrass ganzer Pflanzen und Pflanzengruppen. Es bleiben nur noch die Pflanzenskelette übrig. Charakteristisch für den Befall sind auch die glänzend schwarz-grünen Kotkrümmel. Werden Kotkrümmel gefunden, dann ist das schon ein ziemlich sicheres Indiz für den  Befall durch den Buchsbaumzünsler, da der Buchs sonst von keinem anderen Fraß-Schädling befallen wird.

Später werden die befallenen Pflanzen komplett eingesponnen und sind unerreichbar für eine effektive Bekämpfung, z. B. durch gesprühte Insektizide. Die Raupen sind haben eine gelbgrüne bis dunkelgrüne Ausfärbung, mit schwarzen und weißen Längsstreifen und einer schwarzen Kopfkapsel (s. Foto). Ausgewachsene Larven werden bis zu 5 cm lang!  Die Falter kommen in verschiedenen Zeichnungen vor und sind weiß mit schwarzen Flügelrändern.

Da die Raupen zuerst im Innern der Pflanze fressen, sollte hier besonders gründlich und vor allem regelmäßig kontrolliert werden. Werden Raupen gefunden, so müssen diese abgesammelt und vernichtet werden. Eine direkte Bekämpfung muß sofort beginnen. Jüngere Larven können besser bekämpft werden, als die älteren, die nicht mehr so viel fressen. Häutungshemmer u. ä. sind deshalb für eine Bekämpfung nicht geeignet.  Im Privatgarten kann  das Präparat Schädlingsfrei Neem eingesetzt werden, im gewerblichen Anbau stehen auch andere Präparate zur Verfügung. Auf jeden Fall muß die Pflanze, auch innen, gründlich benetzt werden. Natürliche Gegenspieler wie Vögel spielen keine Rolle.      

Bereits 2008 wurde der Eiparasit Trichogramma gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt. Weitere Versuche mit Schlupfwespen als biologische Gegenspieler folgen in diesem Jahr.

 


 

10. April 2009

Maiszünslerbekämpfung wichtiger denn je  

Trotz der schwierigen Ausgangslage (niedrige Maispreise, hohe Dünger – und Pflanzenschutzkosten) sollte auf die Bekämpfung des Maiszünslers nicht verzichtet werden.

Die Gründe sind, dass sich der Zünsler nach wie vor stark ausbreitet, die Befälle im letzten Jahr zum Teil sehr stark waren und die indirekte Bekämpfung durch Schlegeln, Hächseln und Pflügen in einigen Regionen stark vernachlässigt wurde. Vor allem aber droht eine neue Gefahr durch die Ausbreitung einer zweiten Generation des Maiszünslers in Deutschland. 

Seit 2003 gab es den ersten Verdacht auf eine zweite Generation des Zünslers. 2006 trat sie regional stark begrenzt in Südbaden auf. Im Jahr danach war die Befallsfläche schon erheblich größer, mit z. T. heftigen Schäden. Die Standardbekämpfungsmethoden waren hier 2008 nur mäßig erfolgreich. Selbst drei Freilassungen von Trichogramma waren nicht ausreichend. Wichtig ist die Entwicklung einer neuen geeigneten Bekämpfungs-strategie mit Freilassungen von Trichogramma gegen die `alte` univoltine Rasse und die 1. und 2. Generation der `neuen `bivoltinen` Rasse.

Der letzte Winter war teils knackig kalt, die Maiszünslerlarven haben ihn aber sehr gut überstanden. Es ist nur eine geringe Mortalität durch Verpilzung zu verzeichnen. Das bislang eher trockene Frühjahr lässt z.Z. auch keine weiteren Verluste durch Verpilzung usw. erwarten.

Der 2-malige Einsatz von Trichogramma wird in Baden-Württemberg im MEKA III mit 6 Punkten gefördert. In Rheinland-Pfalz gibt eine ebenfalls einen kleinen Zuschuß.  

 


 

 

03. März 2009

Nachschau zur Saison 2008

Insgesamt gesehen war 2008 kein starkes Maiszünslerjahr. Der Befall lag im Schnitt deutlich niedriger als 2007 und 2006. Regional wurden teilweise aber doch höhere Schäden registriert.

Die Ausgangsituation im Herbst 2007 war für die überwinternden Larven ungünstig, denn regnerisches und kühles Wetter vertragen sie nicht besonders gut. Die Witterung setzte sich auch im Frühjahr fort, die Larvenentwicklung und später auch die Verpuppung verzögerten sich. Ein erster Falter wurde am 06. Juni in Südhessen gefangen, im Südbaden und am Bodensee waren zu diesem Zeitpunkt die ersten Larven verpuppt. In unserem Käfig waren 10 % der Larven verpuppt. Ab Mitte Juni erfolgte dann ein erster kleiner Flughöhepunkt, zum Ende des Monats dann der Hauptflug. Die letzten Falter der univoltinen Rasse wurden Anfang August gefangen.

Auffällig war wieder der starke Kolbenbefall, wobei der Gehalt an Fusarien wegen der trocknen Witterung zur Erntezeit nicht so dramatisch ausfiel, wie befürchtet.

An Standorten, wo die univoltine Rasse (eine Generation pro Jahr) des Mais-zünslers auftritt, hat die LTZ Karlsruhe in den Versuchen folgende Ergebnisse ermittelt: die TrichoKugel (2x100/ha) lag bei 69 %, die TrichoKarte (2x50/ha) lag bei 73 %. Die Versuche konnten allerdings nur auf wenigen Standorten durchgeführt werden. Ein großflächiger Einsatz der 1-maligen Ausbringung (1x50/ha) führte zu guten bis zufriedenstellenden Beurteilungen durch die Landwirte.

Das letztjährige Monitoring und die Versuche konzentrierten sich auf jene Flächen in Südbaden, auf denen seit 2007 die neue bivoltine (zwei Generationen pro Jahr)  Rasse auftritt. Hier sind große Probleme entstanden. Trotz mehrmaligen Einsatzes von Nützlingen, konnten hier keine befriedigenden Bekämpfungserfolge erzielt werden.   

Im Herbst 2008 wurden sehr viele Flächen direkt nach der Ernte gemulcht und gehächselt. Soweit es zulässig war, wurde gepflügt. Diese indirekten Bekämpfungsmaßnahmen dürften zu einer größeren Reduktion der überlebenden Larven führen. Der kalte Winter stellte für die Larven kein Problem dar. Kaltes und trockenes Winterwetter (bis -25°C) überleben sie besser als ein mildes und feuchtes Klima.

 



16. Februar 2009

Fernsehbeitrag über Trichogramma

Letzte Woche hat ein Team des Hessischen Rundfunks einen Beitrag über den Einsatz von Schlupfwespen

bei AMW gedreht. Der Beitrag erscheint am 11. März um 21.00 Uhr in der Sendung  "alles wissen".     




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