Aktuelles 2006

12. Dezember 2006
Trichogramma im MEKA III ab 2007

Der Einsatz von Trichogramma wird auch in MEKA III gefördert. Der zweimalige Einsatz der Schlupfwespen wird mit je 6 Punkten / ha gewertet. Die 1-malige Ausbringung der Schlupfwespen wird nicht mehr gefördert.



27. November 2006
Eine neue Bekämpfungsstrategie gegen den Maiszünsler?

Im Sommer 2006 wurde im Freiland eine Braconide aus Maiszünsler isoliert und in Laborzucht übernommen. Eine Massenzuchtmethode ist z.Z. in der Entwicklung. In Deutschland wird bereits eine andere Braconide in Kombination mit Schlupfwespen erfolgreich eingesetzt. Für das Freiland liegen bislang keine Bekämpfungsversuche vor. Zur Zeit werden Gewächshausversuche durchgeführt, um das Bekämpfungs-potential zu untersuchen. Zielschädlinge sind der Maiszünsler und der Baumwollkapselwurm, der auch in einer aktuellen Forschungsarbeit untersucht wird (siehe Aktuelles vom 10. April 2006). Die natürliche Parasitierung im Feld, wie 2006 beim Baumwollkapselwurm beobachtet, kann über 50% betragen. Dieses natürliche Potential soll gezielt genutzt werden. Ein kombinierter Einsatz von verschiedenen Schlupfwespen-Arten soll 2007 erstmals unter Freilandbedingungen getestet werden.



24. November 2006
Qualitätskontrolle 2006

Auch in der Saison 2006 wurden wieder TrichoKarten und -Kugeln von Dr. Hassan, ehem. BBA Darmstadt untersucht. Dazu wurden von den Produzenten Muster nach Darmstadt geschickt. Wie bereits in den Vorjahren, haben unsere Produkte auch 2006 wieder die geforderten Standards wieder deutlich überschritten. Diese Kontrolle beschränkt sich leider auf nur drei Ausbringungseinheiten je Verfahren.
Hier können Sie die Ergebnisse der Qualitätskontrolle downloaden

Ergänzend dazu haben wir in den letzten Jahren eine umfangreiche eigene Qualitätskontrolle aufgebaut. Neben den regelmäßigen Kontrollen durch unsere Laboranten, werden die Karten nun auch seit diesem Jahr durch die Produktionsanlage selbst auf Parameter wie Klebefläche, Belegung usw. kontrolliert und registriert. Jede Produktionscharge erhält eine eigene Nummer, die auf die TrichoKarte gedruckt wird. Dadurch kann die Qualität der einzelnen Karten dokumentiert werden.

Der bei der Qualitätsuntersuchung festgestellte Schlupfverlauf lag in 2006 bei der TrichoKarte bei 17 Tagen (1. Ausbringung) und 12 Tagen (2. Ausbringung). Aus der TrichoKugel schlüpften bei der 1. Ausbringung ebenfalls über 17 Tage lag Tiere und 15 Tage lang bei der 2.Ausbringung. Im Vergleich zu 2005 ist die Schlupfdauer kürzer. Hier spiegeln sich die sehr hohen Temperaturen z.Zt. der Ausbringungen wieder.





22. November 2006
Der Baumwollkapselwurm in 2006: Schäden im Tabak bei Freiburg

Wie in den vergangenen Jahren, flog der Baumwollkapselwurm (Helicoverpa armigera) auch 2006 bei uns ein. Im Oberrheingraben wird er regelmäßig gefunden, jedoch unterschiedlich häufig und an wechselnden Wirtspflanzen. Während 2003 nach einem starken Zuflug noch Tomaten, Mais, Tabak und Lauch befallen wurden, beschränkte sich der von uns bonitierte Befall auf Tabak und Einzelfunde in Lauch. Seit Mitte August müssen Falter in den Freiburger Raum eingeflogen sein, da bereits Anfang September alle Larvenstadien und eine erneute Eiablage in einem Tabakfeld südlich von Freiburg zu finden waren. Pheromonfallen an einem Tomatentunnel in ca 1,5 km Entfernung zeigten diesen Befall nicht an: offensichtlich war dieses Jahr der Tabak interessanter. Da die Tabakernte bereits in vollem Gange war, hielt sich der Schaden durch Helicoverpa in Grenzen. Es war jedoch deutlich zu sehen, dass einzelne Jungpflanzen im Tabakbestand sehr stark von 3-4 Larven/Pflanze angefressen wurden. Sowohl Fraß an Blättern, im Blütenbereich als auch das Einbohren in den Stängel wurden dokumentiert. Der ungleichmäßige Befall im Feld variierte zwischen 8 und 60%, im Mittel lag der Befall bei 27% (n=250). Bei einem früheren Zuflug des Schädlings entsteht akuter Handlungsbedarf und Bekämpfungsmaßnahmen mit für den Tabakanbau geeigneten Mitteln würden erforderlich. Alternativ könnten Trichogramma-Schlupfwespen eingesetzt werden.




Es zeigte sich, dass das Monitoring des Baumwollkapselwurms verbessert werden muß: Eine Pheromonfalle am Feldrand des befallenen Feldes zeigte den Schlupf einer weiteren Generation des Schädlings Mitte September an. Durch eine genaue Beobachtung des Witterungsverlaufs, vor allem der Warmluftströmungen aus Südeuropa, sowie einem dichteren Pheromonfallennetz soll Helicoverpa 2007 in diesem Zuflugsgebiet möglichst früh erfasst werden. (Text: O. Zimmermann, AMW Nützlinge GmbH)



20. November 2006
Maschineller Einsatz der TrichoKugel

2006 wurden von dem Lohnunternehmer Alfons Geiger aus Lahr wieder auf 400 ha Mais TrichoKugeln zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers ausgebracht. Zuverlässig und exakt bringt er mit seinen umgebauten Stelzenschlepper bis zu 100 ha proTag aus. Das Verfahren hat sich in der Praxis etabliert und besonders von Großbetrieben in Anspruch genommen.



15. Oktober 2006
Effektive Maßnahmen zur Maiszünslerbekämpfung im Silo- und Körnermais

In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Untersuchungen (Langenbruch etc.) durchgeführt, die gezeigt haben, dass das Hächseln und Pflügen eine sehr effektive Maßnahme zur Senkung der Maiszünslerpopulation darstellen. Durch eine Körnermaisernte mit Unterflurhächsler, einem zweiten Hächseln und einen tiefen und sauberen Pflügen war im Hessischen Ried - einschließlich der Wintermortalität - ein Wirkungsgrad von 99,4 % erreicht worden. Ein 3-maliges Hächseln der Stoppeln ergab in diesem Versuch nur eine Reduktion von 96,7 %. Das ist ein großer Unterschied, denn damit ist die Restpopulation fast 6 x so hoch. Der große Effekt des Pflügens liegt darin, dass die Larven tief in den Boden gelangen und durch Feuchtigkeit und Pilzen vernichtet werden. Die Larve kann sich nur in einer trockenen Stoppel auf der Bodenoberfläche verpuppen. Die normale Populationsreduktion nach der Ernte bis zum Schlupf im Frühjahr (ohne jede Bodenbearbeitung) lag in Käfigen bei 58-74% (Langenbruch 1987). Es zeigte sich auch, dass allein durch die Schnitthöhe, die Zahl der Raupen um 46-74% reduziert werden konnte. Wurde die Schnitthöhe von 14 auf (unübliche) 7 cm gesenkt, werden sogar 79% der Raupen getötet. Auch ein früher Erntetermin sorgt für eine deutliche Reduktion der Larven, da sich diese noch in den oberen Stengelabschnitten aufhalten.

Auch die Populationsentwicklung des Maiszünslers wurde über mehrere Jahre verfolgt und die Relation zwischen der Anzahl abgelegter Eier und Anzahl der Larven vor der Ente untersucht. Vereinfacht kann davon ausgegangen werden, dass ein Weibchen 30 Eigelege ablegt, von denen jeweils 5 Larven das letzte Larvenstadium erreichen. Bei einem Geschlechterverhältnis von 1:1 ergibt sich daraus eine Populationszunahme um den Faktor 75. Rein rechnerisch wird also zum Ausgleich eine Reduktion von 98,7 % (inkl. der natürlichen Mortalität) benötigt, allein um die Population konstant zu halten. (Quelle u.a. Biologische Verfahren gegen Schädlinge im Ackerbau als wirtschaftliche Alternative zum chemischen Pflanzenschutz, Langenbruch, 2005)


Ernte am 15.Oktober 2006



04. Oktober 2006
Maiszünsler in 2. Generation?

Bereits im Jahre 2003 haben wir gemutmaßt, dass der Maiszünsler auch in Deutschland in besonders exponierten Anbaulagen, in zwei Generationen auftritt. Damals haben wir Mitte September in Mainfranken, leere Puppenhüllen und sehr viele, ganz junge Larven gefunden. Auch in diesem Jahr wurden im September leere Puppenhüllen und junge Larven gefunden. 2003 und auch 2006 waren sehr warme und trockene Jahre und es ist davon auszugehen, dass es der Maiszünsler unter diesen optimalen Bedingungen schafft, eine zweite Generation auszubilden.


Einsatz TrichoKarte am 04.Oktober 2006



27. September 2006
Der Maiszünsler hat zugeschlagen

Es hat sich über den Sommer bereits abgezeichnet. Der Maiszünsler hat in vielen Regionen dramatisch hohe Schäden verursacht. Selbst im Rheingraben, dem Anbaugebiet, in dem viele Jahre ein sehr niedriges Befallsniveau geherrscht hat, sehen wir Schäden bis zum Totalausfall.

Ähnlich ist die Situation in anderen Regionen. Besonders starke Befälle wurden in Hanglagen und Höhenlagen registriert. Verschlimmert wird die Situation durch den starken Kolbenbefall in diesem Jahr. Insgesamt ist die Situation für viele Körnermaisanbauer nicht erfreulich: zum einen der Schaden durch den Zünsler, zu anderen die niedrigen Erntemengen die, bedingt durch die Hitze und Trockenheit während der Blüte in diesem Jahr erwartet werden.

Auch auf Flächen, auf denen Trichogramma eingesetzt wurde, gibt es zum Teil starke Befälle und unbefriedigende Wirkungsgrade. Da tröstet es wenig, dass auch die mit Insektiziden behandelten Bestände zum Teil schlecht dastehen.

Wie kam es zu diesem massiven Befall?

Die Ursachen liegen hauptsächlich in der Witterung: Der letzte Winter war optimal für die Über-winterung der Larven. Er war relativ trocken und die konstant niedrigen Temperaturen sorgten dafür, daß es kaum Larvenverluste durch Verpilzungen gegeben hat. Auch im Frühjahr hat es keine weiteren Larvenverluste gegeben. Zum Flugbeginn im Juni war es warm und trocken. Die sehr starke Eiablage begann je nach Region ab dem 10. Juni. Bedingt durch das trockene Klima konnten sich die Eier sehr gut und vor allem ungewöhnlich schnell entwickeln. Es gab keine Verluste durch Regen und anscheinend auch nur minimale durch die Hitze, anders als im heißen Sommer 2003. Die Raupen schlüpften zum Teil bereits nach zwei bis drei Tagen, normal dauert die Entwicklung doppelt so lange. Es war in diesem Sommer kein Problem Eigelege zu finden. Bei unseren Bonituren haben wir 10-20 Eigelege auf 100 Pflanzen gefunden (wir wissen von Kollegen aus Nachbarländern, die während des Flugverlaufes 120 Gelege auf 100 Pflanzen gefunden haben).

Durch die schnelle Entwicklung der Eier zur Larve, wurde der Zeitraum, der den Schlupfwespen für die Parasitierung der Eier zur Verfügung stand, stark eingeschränkt. Ähnliches ist auch bei den Insektiziden passiert. Die Larven bohrten sich schon nach kurzer Zeit in der Pflanze ein.
Bereits Anfang August wurden die ersten Schäden sichtbar. Ende August/Anfang September fielen die ersten Bestände zusammen. In unbehandelten Flächen werden häufig mehrere Larven in einer Pflanze angetroffen, 3-4 Larven pro Pflanze sind keine Seltenheit. In behandelten Beständen sind Wirkungsgrade von circa 70 % deshalb nicht mehr ausreichend.

Was ist zu tun?

Eine solche Extremsituation muß sich nicht wiederholen. Da aber einige der Faktoren, die zu diesen hohen Befällen geführt haben, hausgemacht sind, möchten wir die Anbauer bitten, die folgenden Maßnahmen bei der herbstlichen Bodenbearbeitung zu berücksichtigen:

Direkt nach der Ernte sollten die Maistängel durch ein gründliches Abschlegeln oder Hächseln zerstört werden, denn sie dienen dem Zünsler als sicheres Überwinterungsquartier. Die Stoppelbearbeitung kann den Anteil der Larven um bis 90 % reduzieren.

Wo möglich, sollte anschließend tief und sauber gepflügt werden. Kommen die Stoppeln unter die Erde, dann haben die Larven nur ganze geringe Chancen, den Winter zu überleben. Feuchtigkeit und Verpilzung führen zu einer hohen Sterblichkeit.

Ist das Pflügen wegen der Bodenverhältnisse oder irgendwelcher Verpflichtungen an MEKA oder anderer Programme nicht möglich bzw. aus arbeitswirtschaftlichen Gründen nicht gewollt, dann sollte nach dem Schlegeln eine Bodenbearbeitung mit einer Fräse, Rotorfräse oder ähnlichen Gerät durchgeführt werden.

Die zusätzliche Bodenbearbeitung kostet Geld. Aber man sollte auch bedenken, dass gerade durch die Minimalbodenbearbeitung und enge Mais-Fruchtfolgen, der Maiszünsler in einigen Regionen gerade zu vermehrt wurde. Deshalb muß jetzt das ganze Potential an Bekämpfungsmaßnahmen genutzt werden, um den Druck wieder zu reduzieren.

Für Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen natürlich jederzeit gerne zur Verfügung.



10. Juli 2006
Starker Maiszünsler-Flug

Nach einer kurzen Pause in der letzten Woche, geht der starke Flug des Maiszünslers weiter. In den Lichtfallen wurden in den letzten drei Nächten durchschnittlich mehr als 30 Falter gefangen. Und diese Falter legen bzw. haben schon massenhaft Eier abgelegt. Unterstützt durch die hohen Temperaturen entwickeln sich die Larven ungewöhnlich schnell.


Einsatz TrichoKugel im Körnermais/Maislabyrith am 29. August 2006



04. Juli 2006
Starke Eiablage

Trotz der großen Hitze haben die Maiszünslerweibchen viele Eier abgelegt. An einem Standort in Südhessen wurden z.B. 10 Eigelege auf 100 Pflanzen gezählt. Auch an anderen Standorten finden sich ähnlich hohe Raten. Ein Teil der Eier wird aber bei der Hitze vertrocknen. Es ist es ist zu erwarten, dass der Befall auch in 2006 wieder stärker ausfallen wird.



02. Juli 2006
www.ostrinia.com

Wie im jeden anderen Bereich des Pflanzenschutzes, ist die genaue Beobachtung eines Schädlings die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung. Wir bringen deshalb unsere Daten und Erfahrungen ein in ein neues Projekt mit dem Namen Ostrinia.com. Hier treffen zukünftig Fangdaten des Maiszünslers zusammen, die in Deutschland, in Österreich und der Republik Tschechien erfasst werden.



28. Juni 2006
Verlauf Maiszünsler-Flug

Der Maiszünslerflug hält unvermindert an. Die Lichtfallen zeigen Fänge von bis zu 50 Faltern pro Nacht, an. Es sind auch schon die ersten Eigelege gefunden worden. Nächste Woche wollen wir nach der Parasitierung im Feld schauen. Unsere Schlupfwespen aus der 1. Ausbringung schlüpfen planmäßig. Wir werden deshalb die 2. Ausbringung im Abstand von 12-14 Tagen durchführen.



19. Juni 2006
Maiszünsler-Flug hat begonnen...

Der Flug des Maiszünslers hat über das Wochenende eingesetzt. Die Maiszünsler in unseren beiden Schlupfkäfigen in Pfungstadt sind am Samstag und Sonntag geschlüpft. Auch aus Österreich werden seit dem Wochenende täglich steigende Falterzahlen gemeldet. In Südbaden sind in einer Lichtfalle über das Wochenende 3 Falter geschlüpft. Weiter nördlich sind die Fänge höher.
Es werden bereits überall Weibchen gefangen.



18. Juni 2006
Köder-Aktion erfolgreich

Wir haben gerade eine sehr umfangreiche Köderung nach frei lebenden Trichogrammen abgeschlossen Es wurde bundesweit geködert und wir haben fast 130 verschiedene Trichogramma-Stämme gefunden, die jetzt genau untersucht und bestimmt werden müssen. Wir danken allen teilnehmenden Instituten, Obstbauern und Beratern für die tolle Mitarbeit und Unterstützung.

Neu: Vortrag: "Nutzarthopoden-Tagung Berlin 14.-15.11.2006, Köderungsversuche zur Erfassung des Auftretens von Trichogramma-Arten und Stämmen in ackerbaulich und gärtnerisch genutzten Flächen in Deutschland"

Hier können Sie den Vortrag downloaden



16. Juni 2006
Verpuppungsraten

Erstaunlicherweise haben wir schon eine Verpuppungsrate von fast 50% in zwei Schlupfkäfigen, die in einer Höhenlage von fast 600 m über NN stehen. Unsere Maiszünsler in Pfungstadt haben sich inzwischen zu 90% verpuppt. Am Wochenende erwarten wir die ersten Falter. Südlich von Freiburg wurden wieder 2 Falter (im Schlupfkäfig) gefangen. In Nordbaden keine Fänge. In Österreich wurden an einem Standort bei Wien erste Falter gefangen. In der Schweiz ist die Verpuppungsrate noch gering.



14. Juni 2006
Falterflug steht kurz bevor...

Die ersten Falter werden zum Wochenende schlüpfen und wir beginnen mit den 1. Ausbringungen im Zuckermais am Freitag bzw. am Montag. Der Mais ist stellenweise noch sehr klein, da ihm bei diesen Temperaturen das Wasser für ein kräftiges Wachstum fehlt. Aber die Maiszünsler nehmen keine Rücksicht auf die Höhe der Pflanzen und legen ihre Eier auch an den wenigen vorhandenen Blättern ab.



11. Juni 2006
Verpuppung stark angestiegen...

Die letzten sehr, warmen Tage und Nächte haben dazu geführt, dass die Verpuppungsrate der Maiszünsler rapide angestiegen ist.
Besonders in den warmen Regionen muß jetzt sorgfältig kontrolliert werden. Die ersten Lichtfallen sind schon im Einsatz.



06. Juni 2006
Verpuppung...

In unserem Schlupfkäfig hier in Pfungstadt haben wir heute 11 Puppen gefunden (von insgesamt 42 Larven). Die Puppen sind noch ganz hell, die Verpuppung hat also erst in den letzen beiden Tagen stattgefunden.



05. Juni 2006
Es geht los...

Die ersten Maiszünsler haben sch verpuppt. In unseren eigenen Käfigen in Pfungstadt haben wir noch keine Verpuppung festgestellt. Am 30. Mai wurde allerdings in Talheim bei Heilbronn eine Puppe gefunden, in Freiburg am 01. Juni. Im Vergleich zum Vorjahr liegen wir 4-5 Tage zurück. Insgesamt erwarten wir aber ähnliche Termine wie im Vorjahr.



10. April 2006
Schlupfwespen zur Bekämpfung eines neuen Gemüseschädlings Helicoverpa armigera
Zwischenbericht 1. Jahr

7. Zusammenfassung
Die angestrebte Bekämpfung von Helicoverpa armigera mit heimischen Trichogramma-Arten konnte in vielen Fragestellungen konkretisiert und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Anwendung der Nützlinge erstellt werden. Es gelang, neue Stämme, unter anderem aus Gemüsekulturen zu sammeln und in Zucht zu übernehmen.
Zuchten der untersuchten Insekten wurden etabliert. Das Zuchtsystem zu H.a. mußte neu aufgebaut werden. Neben der bereits vorhandenen Trichogramma-Zuchtsammlung wurde eine Zucht von Chrysoperla carnea betreut und zu Vergleichsversuchen genutzt. Als heimischer Schädling aus der Familie der Noctuiden wurde M. brassicae in Zucht genommen. Ihre Eier wurden in Parasitierungsversuchen genutzt und dienen zukünftig zur Köderung und für die Laborzucht neuer Trichogramma-Stämme aus Gemüsekulturen. H.a. trat auch 2005 in mehreren Betrieben als Schädling, hauptsächlich an Tomaten und im Gewächshaus, auf. Die Beobachtung des Zufluges des neuen Schädlings muß jedoch verbessert werden. Die Pheromonfallen waren im Laborversuch nicht ausreichend fängig, was durch Gewächshausköderungen bestätigt wird. Eine Ergänzung des Monitoring durch die Beobachtung mit Lichtfallen und eine engere Zusammenarbeit mit Beratern und Praktikern in potentiell betroffenen Gebieten sind erforderlich. Da H.a. den Status eines Quarantäneschädings hat, wird bei Befall meist von einer Meldung bei den Pflanzenschutzdiensten abgesehen und direkt eine Bekämpfung durchgeführt, um bürokratische Hürden zu vermeiden. Die Selektionsversuche mit Trichogramma zeigen deutlich das hohe Potential von neuen Stämmen. Einzelne Kandidaten, vor allem der Art T. brassicae haben neben einer guten Akzeptanz des neuen Schädlings eine außerordentlich hohe Lebensdauer. Es konnte ein Stamm selektiert werden, der im Laborversuch bei hohen Temperaturen gute Leistungen aufwies und damit für eine Gewächshausanwendung geeignet sein könnte. Freilassungsversuche zur Prüfung der Suchleistung der ausgewählten Arten werden 2006 in kommerziellen Gewächshausbetrieben erfolgen.
Laborversuche haben gezeigt, das eine Freilassung von Trichogramma in Gemüsekulturen weitere Schädlinge, wie beispielsweise die Kohleule, reduzieren kann, hingegen Nützlinge wie die Florfliege nicht gefährdet werden. (oz)



10. April 2006
Hinweis zu MEKA: Die alte Meka-Verpflichtung mit Trichogramma gilt nur noch 2006

Nach verschiedenen Verlautbarungen soll das MEKA-Programm 2007 jedoch fortgeführt werden. Es ist aber noch nicht klar, wie und in welchem Umfang gefördert wird.



03. April 2006
Der Maiszünsler im Frühjahr

In der letzten Woche haben wir unsere Schlupfkäfige kontrolliert. In diesen Schlupfkäfigen wurden im Herbst oder bzw. im späten Winter Maisstoppeln eingelagert. In regelmäßigen Abständen wird die Entwicklung der Larven kontrolliert. Mit Hilfe dieser Daten kann der Ausbringungstermin in den einzelnen Regionen besser bestimmt werden.

Insgesamt sind die Larven bis dato sehr gut durch den Winter gekommen. Wir finden keine toten oder kranke Larven. Auf unbearbeiteten Maisfeldern sind noch viele Larven zu finden. Man muss nur sehr genau suchen, denn die Larven sitzen ganz tief in der Stengelbasis. Die Larven aus den oberen Stengelbereichen wurden zumeist von den Krähen herausgepickt.

06. März 2006
Die 1x-TrichoKarte

Bereits zu Beginn der 90er Jahre haben wir mit einem Einsatz der 1-maligen Ausbringung im Silo- und Körnermais begonnen. Die 1-malige Ausbringung kann bei einer exakten Terminierung Wirkungsgrade von über 70 Prozent erreichen. Voraussetzung für den Erfolg ist aber eine genaue Kenntnis der örtlichen Begebenheiten und nach Möglichkeit eine Vorort-Beobachtung des Maiszünslerfluges für eine optimale Terminierung des Einsatzzeitpunktes. Da AMW über ein eigenes Netz von Lichtfallen und Schlupfkäfigen verfügt und wir die regionalen Verhältnisse aus eigenen Bonituren gut kennen, können wir den Anwender bei Fragen zum Einsatz beraten.



Vorteile der TrichoKarte gegenüber anderen Ausbringungseinheiten
Sehr wichtig ist die Belegung der Ausbringungseinheiten: auf der TrichoKarte oder TrichoKugel sind die Schlupfwespen altersmäßig gestaffelt (wir sprechen hier von "Altern" oder Schlupfwellen. Der oft verwendete Begriff "Generationen" ist in diesem Zusammenhang falsch). Auf der TrichoKarte sind parasitierte Eier aufgeklebt, die 1,2,3,4,5,6,7 Tage alt sind und über einen Zeitraum von mehr 14 Tagen schlüpfen. Dazu werden noch zwei bis drei Alter diapausierter Tiere eingemischt. Somit ist eine TrichoKarte mit bis zu 10 Schlupfwellen belegt. Nur so kann gewährleistet werden, dass während der Eiablage konstant Tiere im Feld vorhanden sind und ein guter Bekämpfungserfolg erreicht wird. Pro Hektar werden mit der TrichoKarte 100 000 Eier ausgebracht. Damit können wir höhere Wirkungsgrade erreichen als Konkurrenzprodukte, die mit der doppelten Anzahl Eier pro Hektar bestückt werden (siehe Grafik).



12. Januar 2006
Maschinelle Ausbringung top

Der Einsatz der maschinellen Ausbringung von Trichogramma wird seit 2001 durchgehend mit einem Versuch am Standort Mahlberg-Orschweier begleitet



Die maschinelle Ausbringung der TrichoKugel (2x100Kugeln/ha) hat auf diesem Versuchsfeld einen ? Wirkungsgrad von 86 % erzielt (? der Jahre 2001 bis 2005) gegenüber ? 77% bei einer Handausbringung. Die höheren Ergebnisse der maschinellen Ausbringung dürften zurück zu führen sein auf die engere und exaktere Verteilung der Kugeln durch den Stelzenschlepper.



02. Januar 2006
Wachsmotten in Hummelvölkern

Zur Bestäubung von Tomaten und inzwischen auch in Obstanlagen werden Hummelvölker eingesetzt. Regelmäßig treten in diesen Völkern Hummelwachsmotten und Dörrobstmotten auf. Hier ist eine Bekämpfung mit den Schlupfwespen Trichogramma - gegen die Eier der Motten und Habrobracon - gegen die Larven möglich. Der Einsatz sollte bei Flugbeginn der Schädlinge starten und wirkt am besten präventiv. Von Vorteil gegenüber Bt-Präparaten ist, dass die Schlupfwespen aktiv im Stock nach den Schädlingen suchen und so die Arbeit der Hummeln als Bestäuber sichern. (oz)



Nebenwirkungen von Schwefel auf Trichogramma im Obstbau

Schwefel wird im ökologischen Obstbau gegen Schorfkrankheiten eingesetzt. Laboruntersuchungen mit verschiedenen Netzschwefelpräparaten haben bestätigt, dass durch dessen Einsatz starke Beeinträchtigung der Leistung von Trichogramma-Schlupfwespen verursacht wird. Daher sollte bei der Bekämpfung der Apfelwickler der Spritzplan mit dem Schlupfwespen-Einsatz abgestimmt werden. Details zu den Untersuchungen können bei uns angefordert werden. (oz)



Bekämpfung von Schadmotten im Gewächshaus
Laborversuche mit neu geköderten Trichogramma-Stämmen haben gezeigt, daß die einzelnen Arten unterschiedlich stark gegen den Baumwollkapselwurm wirken. Die effektivsten Arten werden in 2006 in Gewächshausversuchen an Tomaten geprüft. Weitere Bekämpfungsversuche im Bereich von Zierpflanzen im Unterglas, werden in 2006 gegen die Bananemotte, z.B. an Yuccas, sowie gegen den Zünsler Duponchelia durchgeführt. (oz)



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