| Aktuelles 2004 |
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22. November 2004 Neue Infos auf www.amw-nuetzlinge.de Der Vorratschutz und damit die Bekämpfung der Lebensmittelmotte in Haus und Lager ist das ganze Jahr über ein Thema. Aus diesem Grund haben wir die Seite "Produkte/TrichoKarte VORRAT" aktualisiert und um viele hilfreiche Tipps ergänzt. 02. November 2004 Schlimmer als der Maiszünsler: Der Baumwollkapselwurm Mit der zunehmenden Globalisierung und dem freien Warenverkehr werden jedes Jahr neue Schädlinge nach Deutschland eingeschleppt. Einige können sich in unserem Klima etablieren und sich zu einer großen Bedrohung für komplette Produktionsverfahren, entwickeln. Ein solcher Schädling ist der Baumwollkapselwurm (Helicoverpa amigera,/ H.a.), heimisch in Süd-Ostasien und Afrika (Hauptschädling in Baumwolle, daher auch der Name). 2003 und 2004 wurde der Schädling bereits im süddeutschen Unterglas-anbau gefunden. In Österreich, Schweiz, Ungarn, und Tschechien richtet er bereits Schäden an. Wanderflüge aus dem Mittelmeerraum bis in die Niederlande wurden nachgewiesen. ![]() Schadbild Baumkapselwurm Helicoverpa amigera ist sehr polyphag und das macht diesen Schädling so gefährlich. Die Raupe wurde an mehr als 60 verschiedenen Pflanzen-Arten (Tomaten, Mais, Sonnenblumen, Tabak, Erbsen, Bohnen, Kohlarten usw. nachgewiesen. In Gewächshausbetrieben mit Nützlingseinsatz (gegen Weiße Fliege, Spinnmilben usw.) gefährdet der neue Schädling die Aufrechterhaltung der biologischen Pflanzenschutzsysteme, sollte er chemisch bekämpft werden. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen H.a. kann durch die Anwendung von Trichogramma vermieden werden. Im Baumwollanbau z.B. wird H.a. bereits erfolgreich mit Trichogrammen bekämpft. Aber auch für den Tomatenanbau stehen bereits geeignete Trichogramma-Stämme zur Verfügung, wie Bernd Wührer im Rahmen seiner Doktorarbeit, 1995 für ein philippinisches Projekt, nachgewiesen hat. Im Rahmen eines Forschungsprojektes, dass von der Deutschen Bundesumstiftung Umwelt (DBU) über die nächsten drei Jahre gefördert wird, wollen wir in Zusammen-arbeit mit der BBA Darmstadt, nach einer geeigneten, heimischen Trichogramma-Art zu Bekämpfung von H.a. suchen. Ziel ist es, in drei Jahren ein praxisreifes und marktrelevantes biologisches Bekämpfungsverfahren gegen diesen neuen Schädling zu entwickeln. 25. September 2004 Heftiger Maiszünslerbefall Erste Bonituren und zahlreiche Feldbesichtigung zeigen, dass der Maiszünsler wieder in voller Stärke zurückgekehrt ist und in vielen Regionen Schäden, z.T. bis zum kompletten Zusammenbruch der Maisbestände, verursacht. In vielen Feldern liegt der Befall bei 100 %, einzelne Bonituren zeigen sogar Befälle von bis zu 400 %. Das sind Verhältnisse, wie wir sie zuletzt Anfang/Mitte der 90er Jahre erlebt haben. Auch in Höhenlagen von 600 bis 700 m ist der Befall in diesem Jahr sehr stark. Interessant ist, dass wir selbst in den sog. kühleren Regionen, Larven finden, die schon im untersten Stengelabschnitt sitzen. In warmen Regionen haben wir bereits Mitte/Ende August Larven in den untersten Stengelabschnitten gefunden. Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass sich viele Larven atypisch aus den obersten Stengelabschnitten, direkt in die untersten abgeseilt und dort einbohrt haben. Der Maiszünsler hat also die wenigen warmen Tage intensiv für seine Vermehrung genutzt. Im letzten Jahr sind viele Eier in der großen Hitze vertrocknet, dieses Jahr waren die Bedingungen - trotz der kühlen Witterungs-periode- anscheinend wesentlich günstiger und aus den vielen abgelegten Eiern konnten sich auch viele Raupen entwickeln. Aus Beobachtungen wissen wir, dass pro Pflanze teilweise mehrere Eigelege abgelegt wurden. Hinzu kommt, dass sich der Hauptflug (und die Eiablage) erst spät begonnen und sich sehr lang hingezogen hat. In Pfungstadt wurden z.B. noch am 15/16. August viele Falter gefangen. Unter diesen Umständen war auch der Einsatz der Trichogramma nicht einfach: dies gilt im diesen Jahr besonders für die 1-malige Ausbringung, bei der die späte Eiablage nur unzureichend erfasst werden konnte. Aber auch in Beständen, auf denen gute bis sehr gute Parasitierungsraten und ein deutlich verminderter Larvenbefall ermittelt wurde, können auf Grund des hohen Befalles, sichtbare Schäden aufweisen. 18. August 2004 Maissaison 2004 Die Maissaison 2004 war mit Sicherheit eine der längsten. Nach einem frühen Beginn des Maiszünslerfluges Mitte Juni, kam es wegen der nachfolgend kühlen Witterung zu einer erheblichen Verzögerung in der weiteren Entwicklung des Zünslers. In den Lichtfallen wurden nur einzelne Falter gefangen. Erst mit den steigenden Temperaturen zur Monatswende Juni/Juli nahm der Flug zu und die ersten richtigen Höhepunkte bei den Fallenfängen gab es, z.B. in Südhessen erst in der ersten Pentade des Juli. In den späten Gebieten und Höhenlagen (Württemberg, Nordhessen usw.) erfolgten die ersten Ausbringungen deshalb erst Anfang Juli. Auf den zögerlichen Beginn folgte eine lange Flugperiode, die bis heute andauert. Im Zuckermais und Paprika wurden deshalb vier Trichogramma-Ausbringungen notwendig. Insgesamt zeichnet sich ein sehr starker Befall ab, wie erste Bonituren zeigen. Vereinzelt wurden schon Bestände mit großen Larven geortet, die teilweise schon den untersten Stengelabschnitt erreicht haben. Darüber hinaus war 2004 ein erfolgreiches Jahr für AMW mit der höchsten Einsatzfläche seit Gründung. Erheblich gesteigert hat sich auch die Fläche, die mechanisch mit dem Stelzenschlepper behandelt wurde. 07. Juni 2004 Es beginnt das lange Warten auf den Maiszünsler... Bedingt durch die kühlere Witterung, verzögert sich auch die Entwicklung des Zünslers. In Freiburg hat sich gerade ein Zünsler von 25 zur Puppe entwickelt, am Bodensee keiner. Eine Ausnahme bildet wieder ein Standort bei Heilbronn in einer ausgesprochenen Weinlage, mit einer Verpuppung von 50 %. Dieser Wert ist ein wichtiges Indiz für die Entwicklung, darf aber nicht auf andere, klimatisch nicht vergleichbare Regionen übertragen werden. Da in einem großen Teil der Ausbringungsgebiete wenige oder gar keine Beobachtungen zu Verpuppung gemacht werden, sind wir hier auf die ersten Fänge der Lichtfallen angewiesen. Rückschlüsse aus der Temperatursummen-Methode (basierend auf Daten, die z.B. in Südbaden erfasst werden) können nur bedingt auf andere Regionen übertragen werden. Werden in den Lichtfallen die ersten Falter gefangen (Männchen) ist immer noch genug Zeit für eine definitive Terminvereinbarung und Ausbringung. Wir rechnen damit, dass die ersten Ausbringungen im Schnitt eine Woche später erfolgen werden wie im Vorjahr. Erste Termine z.B. für Südbaden, Bodensee werden für Anfang der 26. Woche avisiert. 19. April 2004 Die 1-malige Ausbringung von Trichogrammen Anfang der 90er Jahre haben wir mit einem großflächigen Einsatz der 1-maligen Ausbringung im Silo- und Körnermais begonnen. Die 1-malige Ausbringung kann bei einer exakten Terminierung durchaus Wirkungsgrade bis zu 70 % und mehr erreichen. Voraussetzung ist aber eine genaue Kenntnis der örtlichen Begebenheiten und eine Vorort-Erfassung des Maiszünslerfluges zur Terminierung des optimalen Einsatzzeitpunktes. Ebenso wichtig ist die "Ausstattung" der TrichoKarten mit Tieren: auf unseren Ausbringungs-einheiten sind die Schlupfwespen altersmäßig gestaffelt (wir sprechen hier von "Altern", der oft verwendete Begriff "Generationen" ist falsch). Auf der TrichoKarte, die überwiegend bei einer 1-maligen Ausbringung verwendet wird, sind Tiere aufgeklebt, die 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 Tage alt sind und konstant über einen Zeitraum von 14 Tagen schlüpfen. Dazu werden noch zwei Alter diapausierter Tiere eingemischt. Nur so kann gewährleistet werden, dass permanent genügend Tiere während der Eiablage im Feld vorhanden sind und ein ausreichender Bekämpfungserfolg erreicht wird. Die 1-malige Ausbringung wurde seinerzeit konzipiert für Regionen mit einem geringen Befallsdruck, sowie die neuen Befallsgebiete. Hier kann im Silo- aber auch im Körnermais ein zufrieden stellender Bekämpfungserfolg erreicht werden. Der Einsatz der 1-maligen Ausbringung muss aber jedes Jahr aufs Neue überprüft werden, denn die Voraussetzungen können sich von Jahr zu Jahr schlagartig ändern. Diese Aspekte müssen bei der Maiszünslerbekämpfung mit einer 1-maligen Ausbringung besonders beachtet werden, ebenso, dass eine 1-malige Ausbringung riskanter ist, wenn die Witterungsbedingungen ungünstig sind (Unwetter, Hitze). Auch kann der Verlust einer Einheit nicht kompensiert werden durch eine zweite Ausbringung. Eine 1-malige Ausbringung von Trichogramma? Prinzipiell ja, wenn die Bedingungen stimmen und die richtige Ausbringungseinheit gewählt wird! 17. März 2004 Offizielle Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung 2003 Mit der Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung 2003 (BBA Darmstadt und der LAP Stuttgart), sehen wir unsere eigenen Kontrollen bestätigt: die TrichoKarte und die TrichoKugel haben auch im letzten Jahr wieder in allen Standards sehr gute Ergebnisse erzielt. Bei den Untersuchungen werden Kriterien wie die Anzahl der Eier/ Ausbringungseinheit, schlüpfen überhaupt Tiere und in welcher Anzahl, Schlupfverlauf- und -dauer, Anteil der Weibchen, innere Qualitäten wie die Leistung und Lebensdauer der Weibchen usw. ermittelt. Da diese Kriterien für den Bekämpfungserfolg mitentscheidend sind und zwischen den einzelnen Verfahren z. T. größere Unterschiede bestehen, sollte der Anwender bei der Wahl des Verfahrens, auch auf diese Punkte beachten. Da zu den amtlichen Ergebnissen z.T. sehr eigenwillige Interpretationen einiger Anbie-ter kursieren, stellen wir unseren Kunden die Ergebnisse der Qualitätsuntersuchung gerne auf Anfrage zur Verfügung. Bislang ist der Maiszünsler sehr gut durch den Winter gekommen, die Larven sind munter und gut entwickelt. Entscheidend für die Befallshöhe im Frühsommer, werden die nächsten Wochen sein: ein nasses Frühjahr könnte die Anzahl der überwinternden Larven (Verpilzung und Fäulnis) stark dezimieren, ein trockenes die Überlebensrate der Larven deutlich erhöhen. Als Ergänzung zu der amtlichen Kontrolle des Maiszünslerfluges, bzw. zur Terminermittlung in Regionen, die amtlich nicht überwacht werden, bauen wir unser vorhandenes Netz von Lichtfallen (15 Lichtfallen-Standorte in 2003) weiter aus. Damit sind wir in der Lage, auch in den neuen Vordringungsgebieten des Maiszünslers, eine sichere Terminierung durchzuführen. 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