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Bekämpfung von Schadmotten im Gewächshaus

Im Unterglasanbau von Gemüse oder Zierpflanzen, sowie in Tropenhäusern zählen Schadschmetterlinge zu den am meisten gefürchteten Schädlingen.
Hier werden die Pflanzenbestände von vielen Schädlingen bedroht. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Schadschmetterlinge, darunter Eulen, einige Wickler, wenige Zünsler und auch Vertreter der „Echten Motten“. Probleme durch Fraßschäden bereiten dabei die Larvenstadien. Die Raupen bohren sich in die Stängel ein, fressen an den Blättern und Früchten oder zerstören die Wurzeln. Die Folge sind Wuchsprobleme, Ertragsausfall oder optische Mängel, die die Vermarktungsfähigkeit von Pflanze oder Frucht mindern.

Im Unterglasanbau treten die Schädlinge früher im Jahr auf wie in Freilandkulturen, teilweise sind sie sogar das ganze Jahr über aktiv. Das muss beim Einsatz von Nützlingen berücksichtigt werden. Viele Betriebe setzen Schlupfwespen deshalb über die ganze Vegetationsperiode ein und kontrollieren den Flugverlauf mit Hilfe von Pheromonfallen. 

Im Unterglasanbau werden die Schlupfwespen mit Hilfe der TrichoKarte GEWÄCHSHAUS verteilt. Die TrichoKarte ist eine seit vielen Jahren in der Landwirtschaft etablierte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Die Nützlinge werden darin vor der Beregnung geschützt. Auf jeder TrichoKarte befinden sich schlupfbereite Nützlinge in verschiedenen Altersstufen, die über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen aktiv werden. Je nach Befallsstärke und Einzelsituation können auch unterschiedliche Belegungen mit Nützlingseiern eingesetzt werden. 

Abhängig von der Schädlingsfamilie können folgende Trichogramma-Arten eingesetzt werden: T. brassicae zur Bekämpfung des Maiszünslers und anderer Zünsler, T. evanescens zur Bekämpfung von Eulen und Wicklern, T. cacoeciae und T. dendrolimi zur Bekämpfung verschiedener Wickler und Zünsler.

In vielen Fällen können die Schädlinge nicht genau bestimmt werden, manchmal treten sogar mehrere Schädlinge gleichzeitig auf. Deshalb empfehlen wir eine Kombination der verschiedenen Trichogramma-Arten.
 

Im Frühjahr fliegen Schadschmetterlinge zusätzlich von außen zu und entwickeln sich aufgrund der günstigeren Klimabedingungen schneller als im Freiland. In heißen Sommern können günstige Südwinde Schadschmetterlinge aus dem Mittelmeergebiet zu uns verfrachten. Dadurch kam es im Sommer 2003 zu starken Schäden an Tomaten, Mais und Tabak durch den Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera, der seitdem regelmäßig auftritt  und an Zierpflanzen und Sonnenblumen Schäden anrichtet. Auch 2015 ist Helicoverpa in nennenswerter Stückzahl aufgetreten und hat in Südbaden in einigen Kulturen Schäden verursacht. Zum Teil wurden auch Falter der 2. Generation gefangen.  

Prospekt-Download zum Unterglasanbau

 


Die wichtigsten Schadmotten im Anbau unter Glas


Der Maiszünsler Ostrinia nubilalis tritt regelmäßig an Paprika im Unterglasanbau und im Freiland auf. Die Eier des Zünslers werden ab Anfang Juni in Gelegen an die Blätter gelegt. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich nach kurzer Zeit in die Stängel ein und unterbrechen die Nährstoffversorgung, die Stabilität der Pflanze ist gefährdet, an den Bohröffnungen siedeln sich zudem Pilze an. Auch an Paprika verursachen die Maiszünslerlarven große Schäden. Eine angefressene Paprikafrucht sieht nicht schön aus und kann nicht mehr vermarktet werden.

Der Maiszünsler überwintert als ausgewachsene Larve im Maisstängel oder im Gewächshausboden und verpuppt sich im Frühjahr, Eulenraupen verpuppen sich in den oberen Bodenschichten.

Auch im Zierpflanzenanbau unter Glas treten Probleme mit Schadmotten auf. Hier sind es überwiegend Vertreter der Erdraupen, die die Pflanzen schädigen. So findet man die Kohleule u.a. an Cyclamen, wo die Larven die Blüten anfressen und dadurch große wirtschaftliche Schäden verursachen.  Hier treten auch der „Afrikanische Heerwurm“ Helicoverpa armigera und die Gammaeule Autographa gamma auf.

An Zierpflanzen wie Poinsettien, in Orchideenzuchten und an Bromelien hat sich in den letzten Jahren der Orchideenzünsler Duponchelia fovealis  als Schädling etabliert. Auch in Tropengewächshäusern siedelt er sich an. Bei Wasserpflanzen, Poinsettien, Rosen, Kalanchoe, Cyclamen, Ficus, Begonien und Gerbera kann Duponchelia beträchtliche Schäden verursachen. Die Larven fressen an feuchten, versteckten Stellen an den Blättern und Stängeln und zerstören damit die Pflanzen. 

D:\2009 Fotos gesamt\2009_11_November\2009_11_06_Duponchelia Rodgau\SNC10172e final.jpgDuponchelia wird oft erst in den Abendstunden aktiv. Dadurch werden die erwachsenen Motten nur selten wahrgenommen. Die Raupen spinnen bei getopften Zierpflanzen die untersten Blätter auf die Erde und verstecken sich darunter. Durch Spritzmittel, auch biologische,  sind sie hier schlecht erreichbar.

Der Bananentriebbohrer Opogona sacchari und seine nahe verwandten Arten sind „Echte Motten“ (Tineidae) und finden in Tropenhäusern und Zoologischen Gärten ein reiches Nahrungsspektrum. Ihre Futterpflanzen sind Bananen, Bromeliengewächse, Yucca und andere Pflanzen. Vom berindeten Holzgeländer bis zu Palmen fressen sie an fast allem.

D:\2008 Fotos\2008_01_Januar\2008_01_28_Opogona_Larven Falter\SNC13492.JPGWährend kleine Pflanzen in der bodennahen Krautschicht mit nützlichen Nematoden behandelt werden können, eignet sich der  Einsatz von Trichogramma besonders gegen die oben abgelegten Eier der Bananentriebbohrer.

Neu eingeschleppte Schadschmetterlinge

Neue, nach Deutschland eingeschleppte Schädlinge haben weiterhin Konjunktur: die Kastanienminiermotte, die Walnussfliege, Lauchminierfliege, Maulbeereschildlaus, und neuerdings die Kirschessigfliege Drosophila suzukii und der Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis schaffen es immer wieder auf die Titelseiten. Der Buchsbaumzünsler Cydalima (= Diaphania perspectalis) wurde 2007 erstmals im Süden Deutschlands festgestellt. In Ostasien heimisch, wurde er durch Pflanzenimporte eingeschleppt. Seitdem breitet er sich als invasiver Schädling rasend schnell Richtung Norden aus und befällt die Buchspflanzen in unseren  Vorgärten und Parkanlagen. Inzwischen hat er das Rhein-Main-Gebiet überschritten und breitet sich den Rhein entlang Richtung Norden aus.

Die Bekämpfung ist schwierig, da die kleinen Larven sich zwischen Blättern einspinnen und von Spritzmitteln nur schlecht erreicht werden können. Ein frühzeitiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Bacillus thuringiensis) gegen die jungen, noch nicht versponnenen Raupen verspricht die besten Bekämpfungserfolge. Vielfältige Untersuchungen zur Bekämpfung des neuen Schädlings laufen derzeit.

Der Einsatz von Trichogramma oder den Larvenparasiten erreicht leider nicht die Wirkungsgrade, die für eine erfolgreiche Bekämpfung notwendig sind.

Die Eier des Buchsbaumszünslers werden parasitiert, die Eiparasiten sterben aber schon früh in ihrer Entwicklung. Das gleiche geschieht beim Einsatz des Larvenparasiten Bracon. Ursache ist wahrscheinlich das in der Pflanze enthaltene Buxin. Aus China sind mehrere Schlupfwespen als natürliche Parasiten bekannt, ihre Nachführung könnte aber zu anderen, noch unbekannten Nebenwirkung auf unsere Insektenwelt führen.

http://www.amw-nuetzlinge.de/images/product_images/Mos1.gifDie Tomaten-Goldeule Chrysodeixis chalcites ist in den Niederlanden seit Jahren ganzjährig in Tomatenkulturen verbreitet.  Inzwischen tritt sie auch in deutschen Tomaten-Gewächshäusern auf, vereinzelt wurde sie auch in Schmetterlings-Schauhäusern und Tropenhäusern gesichtet.

D:\2009 Fotos gesamt\2009_04 April\2009_04_30_Chrysodeixis Falter\SNC14422b.jpgDie Situation um die Tomatenminiermotte Tuta absoluta hat sich hingegen nach ihrem anfänglichen Siegeszug durch Europa etwas entschärft. Der gezielte Einsatz von Raubwanzen und biologischen Spritzmitteln zeigt Wirkung und hält den Befall vielerorts unter der Schadschwelle

Während der Trichogramma-Einsatz im Mittelmeergebiet aufgrund der sehr heißen Temperaturen von bis zu 50°C an seine Grenzen stößt, werden in Süddeutschland regelmäßig Trichogramma-Schlupfwespen präventiv in Tomaten eingesetzt.

E:\2010 Fotos\2009_2010_09 Tuta Fotos Daten gesamt\2009-2010 Tuta Fotos gesamt\2010_04_09 Tuta Almeria\Tuta Auswahl\Tuta Falter  Zm.jpgTrichogramma ergänzt die Möglichkeiten der biologischen Bekämpfung gegen die Tomatenminiermotte vor allem im Bio-Anbau, wo nur eingeschränkt  Bekämpfungsmittel zur Verfügung stehen.

Ein Schädling, der vor ein paar Jahren noch als die große Bedrohung für den Anbau angesehen wurde, hat den Durchbruch bisher nicht geschafft. Die Raupe des Baumwollkapselwurmes Helicoverpa amigera tritt partiell an Tomaten, Mais, Sonnenblumen, Tabak, Erbsen, Bohnen, Kohlarten auf. Oft wird Helicoverpa aber nicht eindeutig identifiziert, ihre Larven werden mit denen der Erdeulen verwechselt.  Helicoverpa ist ein bedrohlicher Schädling mit einer hohen Vermehrungsrate von bis zu 1000 Eiern je Weibchen. In Gewächshausbetrieben mit etabliertem Nützlingseinsatz (gegen Weiße Fliege, Spinnmilben usw.) gefährdet der neue Schädling auch die Aufrechterhaltung der biologischen Pflanzenschutzsysteme, weil er chemisch bekämpft werden muss.

Unsere Untersuchungen am Beispiel von Helicoverpa haben gezeigt, wie sich das Auftreten von Schadlepidopteren in den letzten Jahren verändert hat, und wie neue Schädlinge zu einem massiven Problem werden können. Während Helicoverpa in den 1970ern höchst selten im September zum Problem werden konnte und zu dieser Zeit keine nennenswerten Schäden mehr anrichtete, wiesen wir 2007 im Ober-Rheingraben eine erste Aktivität schon Ende Juli nach. Der Schädling trifft heute unter günstigen Bedingungen mehr als zweieinhalb Monate früher auf und kann dann während der noch laufenden Vegetationssaison erhebliche Schäden anrichten.
 
Forschungsprojekt: Vom 01. 01. 2005 bis 31.12.2007 arbeiteten wir an einem von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) mitfinanzierten Projekt zur Erforschung des Einsatzes von Trichogramma gegen den nach Europa eingewanderten Schädling Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera.

Diese Schädlinge bekämpft Trichogramma!

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über regelmäßig im Gemüse- und Zierpflanzenanbau auftretende Schadlepidopteren, aber auch seltenere Mottenarten, gegen die oft kein geeignetes Bekämpfungsmittel bekannt ist. Die aufgeführten Arten können mit Trichogramma-Eiparasitoiden bekämpft werden.

Wissenschaftl. Name

(Familie)

Deutscher Name

Wirtspflanzen

Helicoverpa armigera*

(Noctuidae)

Heerwurm, Baumwollkapselwurm

Tomaten, Paprika,

Mais, Kohl,

Zierpflanzen

Chrysodeixis chalcites

(Noctuidae)

Tomaten-Goldeule

(Zwillingsfleck-Eule)

Tomaten

Cydalima perspectalis*

(Pyralidae)

Buchsbaumzünsler

Buchsbaum-Arten

Duponchelia fovealis

(Pyralidae)

Orchideenzünsler

div. Zierpflanzen

Pflanzenreste

Elophila nymphaeata

(Crambidae)

Seerosenzünsler

Seerosen

Ostrinia nubilalis

(Crambidae)

Maiszünsler

Mais, Paprika

Cacoecimorpha pronubana

(Tortricidae)

Mittelmeernelkenwickler

Zierpflanzen

Liguster-Arten

Clepsis spectrana

(Tortricidae)

Rosenknospenwickler,

Zierpflanzen

Erdbeeren

Opogona sacchari*(Tineidae)

Bananentriebbohrer

Palmen, Yucca, Bananen,

Bromelien

Phthorimaea operculella

(Gelechiidae)

Kartoffelmotte

Kartoffel, Tomate, Tabak

Pexicopia malvella

(Gelechiidae)

Malvenmotte

Malven

Autographa gamma

(Noctuidae)

Gammaeule

div. Gemüse und Zierpflanzen

Agrotis spp.

(Noctuidae)

Saateulen

div. Gemüsepflanzen

Lacanobia oleracea

(Noctuidae)

Gemüseeule

div. Gemüsepflanzen

Mamestra brassicae

(Noctuidae)

Kohleule

div. Gemüsepflanzen

*Quarantäneschädling EPPO A2
* Neufund 5/2007 EPPO Alert List

Der Einsatz von Trichogramma

Die Ausbringungstermine richten sich nach den Flugzeiten der Schädlinge. Der Einsatz im Gewächshaus kann früher beginnen als im Freiland. Mit Hilfe von Pheromonfallen und direkten Beobachtungen kann der Einsatztermin bestimmt werden. Trichogramma ist ein Eiparasit und zerstört durch die Schädlingeier durch die Parasitierung. Sie wird eingesetzt, wenn Falter fliegen. Die Trichogramma-Schlupfwespen werden ganzjährig geliefert.

Aufwandmengen

Pro 50m² Gewächshausfläche wird i.d.R. eine TrichoKarte benötigt. Diese wird ungeöffnet an der Pflanze befestigt, indem sie über den Stängel oder ein Blatt gezogen wird. Nach zwei Wochen sind alle Nützlinge aus dem Kärtchen geschlüpft. Die Behandlung wird so oft im zweiwöchigen Abstand wiederholt, bis der Flug der Schadmotten beendet ist.

Der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen passt problemlos in die Einsatzpläne der biologischen Schädlingsbekämpfung und ist mit vielen Bekämpfungsmitteln vereinbar.

Je nach Art des Schädlings und Stärke des Befalls kann die Dosierungsempfehlung variieren.

Wir bieten für den Saisonbezug Staffelpreise an. Der Einstieg in die Bekämpfung ist jederzeit möglich. Wir machen gerne ein individuelles Angebot.
 
 

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