Aktuelles 2008


3. Dezember 2008

Trichogramma im Spiegel-Magazin
 
Das Nachrichtenmagazin Spiegel hat in der Ausgabe vom 17. November 2008 einen
schönen Artikel über den Einsatz von Trichogramma im Vorratsschutz und Maisanbau veröffentlicht.

zum Artikel





10. Oktober 2008

Weitere Reduktion der Zünsler durch intensive Bodenbearbeitung

Maisstoppeln nach der Ernte zerkleinern und einarbeiten

In allen Regionen mit Maiszünslerbefall wird dringend empfohlen die Maisstoppeln gut zu zerkleinern, nach Möglichkeit auch zu häckseln und anschließend sauber einzuarbeiten. Es dürfen keine Pflanzenreste an der Bodenoberfläche verbleiben, in denen die Larven überwintern und sich im Frühjahr verpuppen können. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Maßnahme ist, daß das Fusarium-Risiko für die folgenden Kulturen (Weizen, Mais) gesenkt wird.






29. September 2008

Maiszünsler im Herbst

Wer bis jetzt angenommen hatte, dass 2008 kein so starkes Befallsjahr ist, wird gerade eines besseren belehrt. Regional werden heftige Befälle von bis zu 100 % registriert, mit bis zu 5 Larven pro Pflanze! Andere Flächen dagegen weisen Befälle von unter 5 % auf. Gerade bei Maisbeständen, die stark vom Zünsler befallen sind, ist es wichtig,dass diese möglichst bald abgeerntet und die verbleibenden Stoppeln gründlich zerkleinert werden, um die Anzahl der verbleibenden Larven massiv zu verringern. Wo es die MEKA- Verpflichtungen zulassen, sollte außerdem tief und sauber gepflügt werden. Eine rechtzeitige Ernte, bei noch gutem Wetter, verringert außerdem die Gefahr erhöhter Mykotoxin-Werte im Erntegut.

Bereits seit einigen Jahren nimmt der Befall durch den Maiszünsler wieder zu. Nicht nur, dass er stark in neue Regionen expandiert ( in diesem Jahr wurden erstmals bemerkenswerte Schäden in südlichem Rheinland, der Eifel, im bergischem Land bis in den Kreis Warendorf hinein registriert), auch in den alten Befallsgebieten nimmt der Befall zu.

Schaut man sich die diesjährigen, zum überwiegenden Teil niedrigen Fallenfänge an, so ließ das keinen starken Befall erwarten. Es ist anzunehmen, daß die Falter auf Grund niedriger Abendtemperaturen nicht viel geflogen sind, sie haben sich in den Mais- aber auch in benachbarten Getreidebeständen aufgehalten und jede Stunde mit gutem Wetter zur Eiablage genutzt.

Die Larven haben sich schnell entwickelt, denn bereits Anfang September wurden die ersten in der Stengelbais gefunden. Heute sind die meisten Larven ganz unten im Wurzelbereich angekommen und bereit für die Überwinterung.

In einigen – begrenzten Regionen – wurde in diesem Jahr eine 2. Generation des Maiszünslers nachgewiesen. Diese Flächen sehen teilweise verheerend aus. Der erste Flug dieser Falter erfolgte bereits Mitte Mai und hält vereinzelt bis heute an. Ein massiver Flug der 2. Generation fand von Anfang August bis Mitte September statt, mit einer Eiablage, die wir so noch nicht gesehen haben.






20. März 2008

Maiszünslerbekämpfung jetzt planen

 

Trotz eines leicht zurück gegangenen Befalles in 2007, muß der Maiszünsler weiterhin konsequent direkt bekämpft werden. Der Schädling weitet sich seit Jahren stark aus und verursacht gerade in den neu eroberten Gebieten erhebliche Schäden. 

 

Nach einem Winter, der mal wieder keiner war, geht es den Zünslerlarven gut. Es sind bisher nur wenige Larven an Pilzinfektionen verendet. Durch die konsequente Stoppelbearbeitung, konnte der Anteil überlebender Raupen wieder stark reduziert werden. Trotzdem ist der   überlebende Anteil immer noch ausreichend, damit sich daraus im Frühsommer eine große Population aufbauen kann.

 

Da der Mais als Marktfrucht gute Preise erzielt, sollte ein hoher Ernteertrag nicht durch den Zünslerbefall verringert werden. Ein weiteres,  nicht unwesentliches Problem der Nichtbekämpfung, kann durch den späteren Befall durch Mykotoxine entstehen.

 

Der 2-malige Einsatz von Trichogramma wird in Baden-Württemberg im MEKA III mit 6 Punkten gefördert.

 





08.März 2008

Die TrichoKugel - Ein bewährtes Ausbringungsverfahren

 

Seit 2001 Kugel wird seit 2002 großflächig maschinell ausgebracht. Inzwischen werden über 1000 Hektar mit dem Stelzenschlepper ausgebracht. Die TrichoKugel ist somit das führende Verfahren in der maschinellen Ausbringung.

 

Das Lohnunternehmen Alfons Geiger aus Lahr, hat parallel zur Entwicklung der TrichoKugel den Stelzenschlepper zur maschinellen Ausbringung von TrichoKugeln umgebaut. Mit jeder dieser Maschinen ist die notwendige Schlagkraft

vorhanden, pro Tag mehr als 100 Hektar Trichogramma auszubringen.

 

Kontakt: Lohnunternehmen Alfons Geiger in Lahr: Tel. 07821-957217 oder Handy 0171-7503027



 




28. Februar  2008

Nachschau zur Saison 2007

 

Entgegen den Befürchtungen fiel der Befall in 2007 nicht so stark aus, wie befürchtet. Allerdings wurden in einigen Regionen auch größere Schäden registriert.

Der Winter 2006/2007 war für den Zünsler eher ungünstig. Milde Temperaturen im Wechsel mit häufigen Niederschlägen haben zu einer wesentlich höheren Mortalität geführt. Auch der Juni war eher kühl und feucht, also keine optimalen Bedingungen für eine kontinuierliche Entwicklung des Maiszünslers. Eine erste Verpuppung wurde im Rheintal  am 21. Mai beobachtet. Unsere Maiszünsler hier in Pfungstadt hatten sich am 01. Juni zu 30% verpuppt. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch im Raum Heilbronn eine erste Puppe gefunden. Bei Freiburg und am Bodensee waren am 31.Mai 4 bzw. 3 Larven von je 25 Larven verpuppt. Am 6. Juni wurde am Bodensee ein erster Falter gefangen, ebenso im Raum Freiburg bei einer Verpuppung von jetzt 48%. Im Raum Heilbronn wurde am 06. Juni sogar ein erstes Eigelege gefunden, ein erstes Weibchen wurde am 12. Juni bei Freiburg gefangen. 

Insgesamt hat sich die Entwicklung so weiter fortgesetzt: Schleppende Verpuppungs-raten, erster Flug und Eiablage zu gleich. Der Maiszünsler hat die Phasen mit günstiger Witterung optimal genutzt. Die Eiablage war regional sehr stark und die Entwicklung der Eier war teilweise wieder erstaunlich schnell. Mitte Juni erfolgt ein erster Flughöhepunkt, der zweite, regional wesentlich stärkere, fand ab dem 10. Juli bis Ende Juli statt.      

Eher durch Zufall, bei der Suche nach Helicoverpa, haben wir in unserer Lichtfalle in Bremgarten Anfang August noch sehr viele Maiszünsler gefangen. Außerdem haben wir frisch abgelegte Eier gefunden, die teilweise auch parasitiert waren. Allerdings werden Maiszünsler bivoltiner Rassen bereits seit Jahren immer wieder mal gefunden. Aufgrund dieser Beobachtung kam die Diskussion um eine 2. Generation des Maiszünslers wieder in Gang. Deshalb wird der Flug des Zünslers in diesem Jahr an einigen besonders prädestinierten Lagen intensiver beobachtet. Die Lichtfallen werden hier früher in Betrieb genommen und auch im Spätsommer noch betrieben. Außerdem wird ein Eiablagekäfig installiert.

Die ersten Trichogramma-Ausbringungen erfolgten ab Mitte Juni und damit ca. 1 Woche früher als 2006. Die zweite Ausbringung wurde, abgestimmt auf Region und Witterung etwa 10 bis 14 Tage später durchgeführt. Auffällig war der starke Kolbenbefall, wobei der Befall durch Fusarien nicht so ausgeprägt war wie 2006.

Für 2007 liegen Versuchsergebnisse vor, die Kurt Dannemann (ehem. RP Freiburg), ermittelt hat. Die TrichoKarte (2x50/ha) hat in den letztjährigen Ringversuchen einen Ø Wirkungsgrad von 74 % erzielt. Die TrichoKugel (2x100/ha) lag bei 72 %. Die 1-malige Ausbringung (1x50/ha) führte zu einem Ø Wirkungsgrad von 64 %.

 




01. Februar 2008

Die Ergebnisse der Qualitätskontrolle 2007

 

Jährlich werden von den Produzenten Muster der Ausbringungseinheiten an Dr. Hassan, ehem. BBA Darmstadt geschickt, damit er deren Qualität  untersucht. Die TrichoKarte und TrichoKugel haben auch in 2007 wieder die geforderten Standards deutlich überschritten. Download der Qualitätskontrolle AMW 2007

 




 

13. Januar 2008

Die Zukunft der biologischen Maiszünslerbekämpfung

Erschienen im Nachrichtenblatt Deut. Pflanzenschutzdienst 12 / 2007

Autor Dr. Bernd Wührer


Zusammenfassung

Seit über 25 Jahren wird Trichogramma brassicae erfolgreich zur Bekämpfung des Maiszünslers Ostrinia nubilalis in Deutschland eingesetzt. Aus mehreren Gründen steht die biologische Bekämpfung des Maiszünslers auf dem Prüfstand. Der Zünsler breitet sich in neue Gebiete aus, extreme Witterungsbedingungen erschweren eine effektive Zünslerbekämpfung und neue Schädlinge bedrohen den Mais.

Auf der anderen Seite werden neue, effektivere Zuchtlinien von T. brassicae getestet und gegen den Zünsler eingesetzt. Neue Schadlepidopteren wie Helicoverpa armigera können ebenfalls mit heimischen Trichogramma -Arten bekämpft werden. Erstmals werden Einsatzmöglichkeiten für den Larvalparasitoiden Bracon brevicornis untersucht. Damit wird die biologische Bekämpfung des Maiszünslers abgesichert und optimiert. Hinsichtlich der globalen Erwärmung sind mittelfristig weitere Untersuchungen sowohl zu den Parasitoiden als auch zum möglicherweise veränderten Auftreten des Maiszünslers erforderlich (Artikel als Download /pdf)







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